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Neben der Pferdeweide hat das Unternehmen Bonava diesen März mit dem Bau von Wohnungen in der Sang begonnen.

Rosbach

Größtes Bauprojekt in Rosbachs Geschichte

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Im Stadtteil Ober-Rosbach entsteht ein neues Quartier. Auch ein Pflegeheim, einen Supermarkt und eine Kita soll es geben.

Was im Moment am südlichen Ortsrand von Ober-Rosbach im Wetteraukreis geschieht, sucht in der Geschichte der Stadt seinesgleichen. Im Neubaugebiet „Die Sang“ entstehen Wohnungen für etwa 800 Menschen. Einige Flächen verkaufte die Stadt 2014 und 2015 nach einem Auswahlverfahren an Investoren. Einer von ihnen will dort ein Pflegeheim mit etwa 90 Plätzen und mehr als 20 Appartements für betreutes Wohnen bauen.

Auf 46 anderen Grundstücken können private Häuslebauer ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen, wenn sie bereit sind, zwischen 350 und 390 Euro für den Quadratmeter Baugrund auf den Tisch zu legen.

Für die 13 000-Einwohner-Stadt Rosbach ist „Die Sang“ das größte Bauprojekt in ihrer Geschichte. Ein vergleichbares habe es mit den „Obergärten“ zuletzt Anfang der 1990er Jahre im Stadtteil Nieder-Rosbach gegeben, sagt Bürgermeister Thomas Alber (parteilos). Außerdem bedeute es einen städtebaulichen Fortschritt. Die Sang verbindet den Salzberg, eine Wohnsiedlung, die nach dem Zweiten Weltkrieg für Flüchtlinge gegründet wurde, mit dem Rest von Ober-Rosbach. In den vergangenen Jahrzehnten habe die Politik schon einige Anläufe unternommen, diese Verbindung herzustellen, sagt Alber.

Die Versuche seien jedoch stets wieder eingestellt worden, weil nicht alle Grundstückseigentümer ihre Flächen hatten abtreten wollen. Diesmal gelang es der Stadt, sich mit den rund 70 Eigentümern zu einigen. Im Frühjahr 2016 konnten die Erschließungsarbeiten beginnen. Rosbach kann die zusätzlichen Wohnungen gut gebrauchen. Seit 2011 ist die Zahl der Einwohner um 500 gestiegen. Und in 20 Jahren, prognostiziert Alber, werden 20 000 Menschen in der kleinen Stadt am Rande des Taunus leben. Rosbach liegt verkehrsgünstig – zwei Minuten sind es vom neuen Stadtquartier bis zur A5. Auf der Bundesstraße, die direkt an der Sang vorbeiführt, gelangt man in zehn Minuten in die Kreisstadt Friedberg.

Als Erstes fing vergangenen März das Unternehmen Bonava, ehemals NCC Housing, an zu bauen. Es errichtet 55 Häuser, davon 33 Reihenhäuser und 22 Doppelhaushälften. Die Arbeiten im ersten Bauabschnitt, der 20 Häuser umfasst, sind bereits auf der Zielgeraden. Die ersten Familien sollen laut einem Unternehmenssprecher im Frühjahr 2018 in ihr neues Zuhause einziehen können. „Besonders junge Familien werden sich hier wohlfühlen“, meint Bonava-Projektleiter Michael Klemm. Kindergärten, Spielplätze, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten seien nur wenige Minuten entfernt.

Am Eingang zu dem Neubaugebiet wird das Unternehmen Krieger und Schramm 58 Eigentumswohnungen errichten. Kleinere, seniorenfreundliche Wohnungen sind ebenso geplant wie geräumige mit drei, vier oder fünf Zimmern. Eine Tiefgarage wird nach Angaben des Unternehmens Platz für 60 Autos bieten. Im März will Krieger und Schramm mit dem Bau beginnen. Mit dem Vertrieb wurde bereits begonnen.

Wer sich eine Eigentumswohnung nicht leisten kann und lieber zur Miete wohnen möchte, für den baut die Nassauische Heimstätte aus Frankfurt. Im ersten Quartal 2018 will sie damit beginnen, 66 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen zu bauen. Zu haben sind diese laut einem Sprecher für voraussichtlich 9,50 Euro pro Quadratmeter.

Die Immobiliengesellschaft GHI aus Linden wiederum plant in der Sang das Pflegeheim sowie das betreute Wohnen mit über 20 Appartements. Im selben Gebäudekomplex beabsichtigt die von GHI gegründete Projektgesellschaft „Rosbach In der Sang“, zudem einen Supermarkt anzusiedeln. Laut Bürgermeister Alber will Rewe einziehen. Für den Handelskonzern bietet sich das regelrecht an, hat er doch gleich auf der anderen Seite der Bundesstraße seine Zweigniederlassung Mitte. Von dort aus verwaltet Rewe mehrere Hundert Supermärkte in Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordbayern.

Auch die Stadt selbst will etwa 20 Wohnungen für Geringverdiener bauen. Zwischen sechs und acht Euro soll der Quadratmeterpreis betragen. Einen Geschäftspartner, der das Vorhaben für sie realisiert, hat sie aber noch nicht gefunden.

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