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Vielerorts gehen Schüler in Deutschland für den Klimaschutz auf die Straße.

Umweltschutz

„Größter Klimastreik“ aller Zeiten in Hessen erwartet

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Schüler rufen Lehrkräfte dazu auf, die Erderwärmung auch im Unterricht zu behandeln.

Die Schülerbewegung „Fridays for future“ hat am Freitag rund 200 junge Demonstrantinnen und Demonstranten während der Schulzeit in Frankfurt auf die Straße gebracht. Am nächsten Freitag, einem internationalen Aktionstag, soll der Klimastreik weit größer ausfallen und „als größter Klimastreik der Geschichte“ in die Annalen eingehen, wie Landesschülersprecher Johannes Strehler hofft.

Die Organisatoren rechnen mit 10 000 Schülerinnen und Schülern, die sich in Frankfurt an der internationalen Bewegung beteiligen. In Hessen würden rund 25 000 junge Demonstranten erwartet, sagte Strehler am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wiesbaden mit seinen Stellvertreterinnen Lou-Marleen Appuhn und Alexandra von Müller. Angemeldet seien Demonstrationen in mehr als 15 hessischen Städten. Die Landesschülervertretung rief Lehrkräfte und Schulleitungen dazu auf, sich zu beteiligen und keinen Druck auf Schülerinnen und Schüler auszuüben, die während der Schulzeit an Demos teilnähmen.

Stolz auf Teilnahme

Jede Schule sollte stolz sein, wenn Schülerinnen und Schüler das umsetzten, was in Schulcurricula als Lernziele ausgegeben werde. Dazu gehörten „eigenständiges, kritisches Denken, politische Meinungsbildung und Partizipation“, sagte Appuhn.

Die Schülervertreter zeigten sich enttäuscht, dass vor allem diskutiert wird, ob sie für ihren Protest während der Unterrichtszeit auf die Straße gehen dürfen. Die Politik solle die Anliegen der Bewegung aufgreifen und dafür sorgen, dass die internationalen Klimaabkommen eingehalten würden, forderten sie.

Die Landesschülervertretung hat Vorschläge ausgearbeitet, wie Lehrkräfte den kommenden Freitag gestalten könnten. In den ersten beiden Stunden solle es im Fachunterricht um Klimawandel gehen, in der dritten und vierten Stunde könnten Schülerinnen, Schüler und ihre Lehrkräfte gemeinsam demonstrieren gehen.

Die Schülervertreter stellten Arbeitsblätter vor, wie im Fachunterricht Klimathemen aufgegriffen werden könnten. So könnte im Englischunterricht die Rede der schwedischen „Fridays for future“-Initiatorin Greta Thunberg vor den Vereinten Nationen analysiert werden, in Mathematik könne es um Aufgaben zur Erderwärmung gehen.

Bei den Demos will die Landesschülervertretung Teilnahmebestätigungen verteilen – in der Hoffnung, dass Schulen diese als Entschuldigung für Fehlstunden akzeptieren. In der Landespolitik setzte sich der Streit darüber fort, ob ein Schulstreik für das politische Ziel zulässig ist. Die Linke bejahtdies. Bildungspolitikerin Elisabeth Kula sagte: „Wer den Klimaschutz ernst nimmt, muss die Schülerinnen und Schüler unterstützen und darf diese nicht mit einer Schulschwänzerdebatte zur Ordnung rufen.“

Dagegen argumentierten Armin Schwarz (CDU) und Moritz Promny (FDP), das lobenswerte Engagement werde glaubwürdiger, wenn Schülerinnen und Schüler dafür einen Teil ihrer Freizeit opfern würden.

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