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Kermek und Eva träumen von einem eigenen Kino in den Bergen: Szene aus dem Film „Yellow Cat“.
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Kermek und Eva träumen von einem eigenen Kino in den Bergen: Szene aus dem Film „Yellow Cat“.

Wiesbaden

Go-East-Filmfestival Wiesbaden: Von Katzen und Weltall-Hunden

  • Meike Kolodziejczyk
    VonMeike Kolodziejczyk
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Zum zweiten Mal läuft das Go-East-Filmfestival Wiesbaden online - mit vielen neuen Formaten und Konzepten für „Public Distancing“.

Der Traum, ein Kino zu eröffnen, erscheint in einer Zeit, in der virusbedingt sämtliche Filmtheater geschlossen sind, fast märchenhaft. Es ist Kermeks Traum, in dessen Leben Corona allerdings keine Rolle spielt, dafür aber das Verbrechen. Und irgendwann, kurz nachdem er aus dem Knast entlassen wird, auch die Prostituierte Eva. Gemeinsam wollen sie ihrer Vergangenheit entfliehen und sich das Märchen vom eigenen Kino in den Bergen erfüllen.

Die Tragikomödie „Yellow Cat“ des kasachischen Regisseurs Adilkhan Yerzhanov eröffnet am kommenden Dienstag das Wiesbadener Go-East-Filmfestival. Vor einem Jahr musste bereits die 20. Ausgabe ins Netz verlegt werden, nun sind wegen der aktuellen Pandemielage auch die mehr als 90 Filme des diesjährigen „Festivals des mittel- und osteuropäischen Films“ hauptsächlich online zu erleben. Dabei setzt das 2001 vom Deutschen Filminstitut und Filmmuseum (DFF) gegründete Go East, das jedes Jahr rund 12 000 Gäste und ein namhaftes Fachpublikum anlockt, in seiner aktuellen Edition auf neue Formen, neue Formate und überhaupt eine „neue Art des Kinos“.

Das Festival

Die 21. Ausgabe von „Go-East – Festival des mittel- und osteuropäischen Films“ präsentiert von Dienstag, 20. April, bis Montag, 26. April, 92 Spiel- und Dokumentarfilme in einem On-Demand-Programm, zahlreiche Online-Formate wie Filmgespräche und die Anti-Oscar-Nacht sowie Aktionen zum „Paneuropäischen Picknick“, darunter eine Performance im Museum Wiesbaden.

Im Wettbewerb um fünf Preise konkurrieren 16 Filme. Auf den besten Film wartet die mit 10 000 Euro dotierte „Goldene Lilie“.

Das Go-East-Autokino auf dem Dern’schen Gelände in Wiesbaden zeigt am 21., 22., und 23. April je einen Film aus dem Programm. Die Einzelkarte kostet 15 Euro, die Zweierkarte 20 Euro.

Der Ost-Kiosk im Nassauischen Kunstverein, Wilhelmstraße 15, bietet von 10 bis 22 Uhr Publikationen, Kaffee-Spezialitäten, Cocktails und Snacks to go.

Die Online-Einzelkarte kostet 6,50 Euro, Online-Dauerkarte 60 Euro.

www.filmfestival-goeast.de

Bereits zum vierten Mal gibt es den „Open Frame Award“, mit dem Virtual-Reality- und 360-Grad-Projekte prämiert werden. Dank einer digitalen Ausstellung der Streamingplattform Frame-VR wird es erstmals möglich sein, sich virtuell einen Überblick über diese Projekte zu verschaffen sowie erste Eindrücke zu sammeln. Kurator Georgy Molodtsov bietet täglich Onlineführungen durch die Ausstellung an. „Im vergangenen Jahr mussten wir neue Ideen entwickeln, wie wir den Open Frame Award selbst bei Ausgangssperren und mit Reisebeschränkungen präsentieren können“, erläutert Molodtsov. „In diesem Jahr wollen wir den Wettbewerb zugänglicher machen und den Open Frame Award mit der weltweiten VR-Community sowie mittel- und osteuropäischen Künstler:innen verbinden.“

Einen inhaltlichen Schwerpunkt bilden unter anderem die ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens wie Kasachstan, Tadschikistan oder Turkmenistan. Außerdem widmet sich Go East 60 Jahre, nachdem mit dem Russen Yuri Gagarin erstmals ein Mensch ins All flog, natürlich auch den unendlichen Weiten, und zwar mit einem „Philosophischen Weltraumprogramm“. Im Sci-Fi-Tierdokumentarfilm „Space Dogs“ zum Beispiel geht es um Laika, die sowjetische Hündin, die 1957 als erstes Lebewesen in die Erdumlaufbahn geschossen wurde, sowie um eine Legende, die besagt, dass ihr Geist in Moskaus Straßenhunden weiterlebt.

„Space Dogs“ ist neben „Yellow Cat“ und „Here we move, here we groove“ einer von drei Filmen, der im eigens aufgefahrenen Autokino auf dem Dern’schen Gelände in Wiesbaden gezeigt wird. So hat das Festivalteam neben den verschiedenen Onlineformaten auch Wege gefunden, einen Teil von Go East vor Ort anzubieten, „Public Distancing“ lautet das Zauberwort. Autokinos, die in den 1970er Jahren ihre Hochphase hatten, erleben in der Pandemie eine Renaissance. Interessant an der Wiesbadener Variante ist, dass Go East zusammen mit Stadtmobil Rhein-Main an drei Tagen vorgeparkte Autos vor der Leinwand anbietet. Das Publikum muss also nicht selbst ankarren, sondern kann einfach einsteigen und sich entspannt zurücklehnen.

Zum „Public Distancing“ gehört auch der Ost-Kiosk im Nassauischen Kunstverein, der unter Pandemiebedingungen zu einem Treffpunkt wird. Festivalgäste können sich dort mit Abstand treffen und über das Festivalprogramm austauschen. Dazu gibt es Kaffeespezialitäten, Snacks und Cocktails to go. Ein Kioskradio beschallt die Vorbeikommenden mit mittel- und osteuropäischen Klängen. „So wird der Ost-Kiosk zu einem Kaleidoskop mittel- und osteuropäischer Begegnungen“, heißt es in einer Mitteilung des Festivalteams, „einem Ziel, dem sich Go East seit jeher als Brückenbauer zwischen Ost und West verschrieben hat“.

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