Gastronaut

Glühwein, heiß und fest

Vorweg:Würfel mit Biss.

Diese Idee ist zugegebenermaßen alt, sie geht auf das Jahr 2007 zurück, als die Deutsche Physikalische Gesellschaft mich mitten in der Adventszeit zur „Physik der Molekularküche“ ins ehrenwerte Physikzentrum nach Bad Honnef einlud. Da bot sich – natürlich – als Vorlesungsexperiment Glühwein zum Abbeißen an. Bis heute finde ich diese Glühweinversion amüsant.

Die Kombination des leicht alkoholischen warmen Weins mit typischen winterlichen Gewürzen ist mindestens einmal im Jahr ein Muss – sofern er nicht babbisch versüßt wird und der Wein ordentlicher Winzerwein ist! Zum Glück lassen sich in Mainz – es ist schließlich eine Weinhauptstadt mit Botschafter – immer wieder Winzer auf den Weihnachtsmärkten blicken, die ihren eigenen Wein als Glühwein anbieten.

Der Überraschungseffekt ist enorm, es versetzt mich selbst bis heute in Staunen, wenn feste, 50–60 °C heiße, duftende Würfel aus geliertem Glühwein die Teller zieren. Mit klassischer Gelatine funktioniert das nicht, denn diese schmilzt rasch – und es wäre schnell vorbei mit dem Fingerfood. Hitzestabile Gelbildner sind für diese Idee wichtig, also kommen die Geliermittel Agar-Agar oder Gellan zum Einsatz.

Zubereitung

Den Rotwein mit Zimtstangen, Nelken, aufgebrochenen Kardamomsamen, Orangenabrieb und Zucker (die Mengenangaben können nach Geschmack und Vorliebe variieren) bei 60 °C ziehen lassen, bis der Wein aromatisiert ist. Durch ein feines Sieb passieren. Den Glühwein mit Agar-Agar anrühren und kurz aufkochen, in Silikon-Eiswürfelbereiter füllen, gelieren und vollkommen erkalten lassen.

Vor dem Servieren die kalten Glühweinwürfel im Backofen bei 60 °C 10 Minuten erwärmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare