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Maßarbeit: Mit Hilfe von Baggern, die auch auf Schienen fahren können, verlegen Bauarbeiter die neuen 15 Meter langen Gleise auf der Straßenbahntrasse.

Heidelberger Straße in Darmstadt

Gleise und Kanal werden erneuert

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An der Heidelberger Straße in Darmstadt werden derzeit die Gleise und der Kanal erneuert. Danach entstehen Radfahrstreifen.

Im Darmstädter Stadtteil Bessungen bestimmen seit einem Monat Kolonnen von orangegekleideten Bauarbeitern die Szenerie. Zwischen der Eschollbrücker Straße und der Cooperstraße lässt die Verkehrsgesellschaft Heag mobilo derzeit die Straßenbahntrasse umfassend sanieren. Bis zum Ende der Sommerferien – weil dann weniger Fahrzeuge durch die Stadt rollen – werden auf einer Gesamtlänge von rund zweieinhalb Kilometern etwa vier Kilometer Schienen ausgetauscht. Parallel dazu saniert das Unternehmen die Haltestellen an der Rhein- und der Neckarstraße sowie an der Berliner Allee. Zudem wird eine neue Haltestelle für die Lincoln-Siedlung gebaut.

Es ist das fünfte Jahr in Folge, in dem Heag mobilo Arbeiten an der wichtigen Nord-Süd-Achse der Trambahnstrecke erledigen lässt. Im nächsten Jahr soll es noch einmal umfangreiche Bauarbeiten geben, damit zumindest schon mal der südliche Teil der Strecke modernisiert ist.

Zeitgleich zu den Gleisarbeiten lässt die Stadt zwischen Landskronstraße und Eschollbrücker Straße Arbeiten am Kanal und an Versorgungsleitungen verrichten. Nach den Ferien sollen an der Heidelberger Straße zwischen der Hermannstraße und der Landskronstraße neue Radfahr- und Schutzstreifen markiert und neue Ständer für 42 Fahrräder aufgestellt werden.

Laut Reinhold Schuster vom Straßenverkehrs- und Tiefbauamt sind die Kanalbauarbeiten planmäßig verlaufen. So sei an der Bessunger Straße ein neues Einstiegsbauwerk entstanden, um für Wartungsarbeiten besser in die Kanalisation zu gelangen. An der Sandbergstraße habe man zudem den dortigen Einstiegsschacht umgebaut.

Grundsätzlich, so Schuster, sei der fast 130 Jahre alte Kanal noch gut in Schuss. Auch Cornelius Becker, der für die Abteilung Netz der Heag mobilo die Gleisbauarbeiten überwacht, ist mit deren Fortgang zufrieden. Damit sie bis zum Ende nächster Woche fertig werden, mussten die Bautrupps werktags zwischen 7 und 20 Uhr und auch samstags arbeiten.

In den vergangenen Wochen haben die Arbeiter der Firmen Strabag und der Allgemeinen Gleis- und Tiefbau-Bauunternehmung aus Mainz Schwerst-, Maß- und viel Handarbeit verrichtet. An einigen Tagen mussten die Männer wegen starken Regens zeitweise ihre Arbeiten unterbrechen. Mit Hilfe von Baggern entfernten sie zunächst die aus den 1960er Jahren stammenden Gleise. Diese müssen ersetzt werden, weil sie mitunter schon stark deformiert sind. Danach bereiteten die Arbeiter das Gleisbett auf, um die neuen Schienen verlegen zu können.

In den vergangenen Tagen waren mehrere Bautrupps damit beschäftigt, mit Hilfe von jeweils zwei Baggern, die auch auf den Schienen entlangfahren können, die neuen, 15 Meter langen Gleise zu verlegen, die zuvor aus dem nordrhein-westfälischen Holzwickede angeliefert worden waren. Unter den wachsamen Augen von Cornelius Becker mussten die Gleise zunächst mit Laschen aus Metall miteinander verbunden werden. Mit Schaufeln und Presslufthämmern machten sich die Arbeiter dann daran, den Untergrund mit Stopfschotter auszufüllen, das Material zu verdichten sowie die Lage und Höhe der Gleise auszurichten. Schließlich mussten die Stöße der neu verlegten Gleise miteinander verschweißt und eine etwa 15 Zentimeter starke Betonschicht aufgebracht werden. Nach Angaben eines Heag-mobilo-Sprechers kosten die Gleisbauarbeiten rund zwei Millionen Euro.

Wegen der Bauarbeiten fahren auf der Strecke der Tramlinien 7 und 8 zwischen dem Luisenplatz und der Haltestelle „Eberstadt-Frankenstein“ Busse statt Bahnen auf einer geänderten Route. Die Ersatzbusse verkehren alle fünf Minuten. An der Haltestelle Landskronstraße berichteten gestern mehrere Fahrgäste, dass der Busverkehr gut funktioniere. „Das klappt super und die Busfahrer sind auch höflich, warten sogar mal, wenn jemand etwas zu spät kommt“, berichtete etwa Diana Hübner, die sonst mit der Straßenbahn fährt.

Positiv sei auch, dass die Busse öfter als die Straßenbahnen kämen, äußerte Karin Sahdinath. Etlichen Fahrgästen war anfangs allerdings nicht bekannt, dass in den Ersatzbussen keine Fahrräder mitgenommen werden dürfen und auch keine Fahrkarten von den Busfahrern verkauft werden. Entsprechende Hinweise gibt es zwar an den Bussen, aber nicht an den Haltestellen.  

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