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Bei dem Zugunglück in Großen-Buseck raste eine Bahn in einen Lastwagen.

Kreis Gießen

Nach Zugunfall in Großen-Buseck: Bericht rügt Verkehrsführung um Bahnübergang

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Ein Zug der Hessischen Landesbahn kracht im Mai 2018 in einen Lastwagen. Ein Untersuchungsbericht bewertet jetzt die Verkehrssituation um den Bahnübergang kritisch.

Zu einem Unfall an der Vogelsbergbahn Ende Mai vergangenen Jahres in Großen-Buseck (Landkreis Gießen) liegt der abschließende Bericht vor. Dort hätte ein Lastwagen nicht auf den Bahnübergang im Gewerbegebiet fahren dürfen, weil die Straße dahinter nicht frei war. Ein Zug der Hessischen Landesbahn krachte in den Anhänger. Der Lokführer wurde lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus geflogen, die Zugbegleiterin erlitt ebenfalls schwere Verletzungen. Elf Fahrgäste waren leicht verwundet.

Der Bericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung rügt die Verkehrssituation dort. Nach den Schranken folgt eine Halte- und Wendestelle für Gelenk-Linienbusse. Sie führe zu Rückstaus auf den Bahnübergang. Auch eine Linksabbiegespur in unmittelbarer Nähe sei gefährlich. Nach früheren Angaben von Bürgermeister Dirk Haas handelte es sich um den dritten Unfall in sechs Jahren.

Die Bahn teilte auf Nachfrage mit, nach dem Unfall habe es viele Gespräche und eine Verkehrsschau gegeben mit Gemeinde, Ordnungsamt, Landes- und Bundespolizei, Regierungspräsidium, Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung und dem Eisenbahn-Bundesamt. Bis zu einer „finalen Lösung durch den Straßenbaulastträger“ führen die Züge dort langsamer.

Die Bahnstrecke wird in jenem Moment freigegeben, wenn die Verkehrsampeln am Übergang auf Rot springen - noch bevor die Schranken geschlossen sind. Wer trotz Rotlicht noch schnell rüber will, riskiert das eigene Leben und das von anderen. Autofahrer, die auf einem Übergang stehen, während sich die Schranken schließen, sollten mutig Gas geben und gegen die Balken fahren. Sie verfügen über Sollbruchstellen und machen den Weg frei.

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