Langen

Gericht lässt Tageabbau auf 64 Hektar am Langener Waldsee zu

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Die Firma Sehring war beim Hessischen Verwaltungsgericht mit ihrem Normenkontrollantrag in Teilen erfolgreich. Damit ist die Erweiterung des Tageabbaus am Langener Waldsee möglich.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hat über den Sand- und Kiesabbau am Langener Waldsee entschieden – genauer gesagt über den Normenkontrollantrag des Abbaubetriebs Sehring. Das Unternehmen hatte gegen die Planungsbehörde des Landes Hessen geklagt, die den Regionalen Flächennutzungsplan zu seinen Ungunsten geändert hatte. Am Freitag teilte das Gericht in Kassel mit, dass es dem Normenkontrollantrag in Teilen stattgegeben hat. Damit ist die Erweiterung des Tagebaus um 64 Hektar – die sogenannte Südosterweiterung – möglich.

Große Auswirkungen werde dieses Urteil aber nicht haben, sagte ein Sprecher des BUND der FR. Das Regierungspräsidium genehmige der Firma Sehring nämlich sowieso schon alle zwei Jahre „scheibchenweise“ per Sofortvollzug die Rodung des Bannwalds, der nun schon zu einem Viertel gefällt sei. „Sehring hat noch für ein Jahr die Abbaugenehmigung“, sagte der BUND-Sprecher. „Die Hauptentscheidung darüber, was rechtens ist und was nicht, fällt am 11. November, wenn das Verwaltungsgericht die Klage des BUND gegen die Südosterweiterung verhandelt“, erklärte er. Die Klage liegt dort seit sieben Jahren auf Eis.

Nach dem Regionalen Flächennutzungsplan hatte das Regierungspräsidium im Jahr 2013 am Waldsee auf 64 Hektar den Tageabbau zugelassen. Damit war auch die Südosterweiterung der Kiesgrube und die Rodung des dortigen Bannwalds möglich. 19 Hektar dürfen nicht abgeholzt werden, weil sie im Trinkwassereinzugsgebiet von Mörfelden-Walldorf liegen. 2014 beantragte unter anderem die Regionalversammlung Südhessen eine Änderung des Flächennutzungsplans, der stattgegeben wurde. Aus einem geplanten Vorranggebiet für den Abbau von Kies und Sand wurde somit eines für den Wald und das Grundwasser. Hiergegen stellte Sehring den Normenkontrollantrag.

Die Zielsetzung eines Vorranggebiets für den Wald auf dem Areal sei nach dem hessischen Waldgesetz fehlerhaft, urteilte der Verwaltungsgerichtshof Kassel nun. (mit dpa)

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