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Ein ICE durchfährt den Neu-Isenburger Bahnhof Zeppelinheim
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Gibt es künftig mehr Zugfahrten durch den Neu-Isenburger Bahnhof Zeppelinheim? Die Stadt wehrt sich.

Neubaustrecke der Bahn

ICE-Trasse kommt bei Anliegerkommunen nicht gut an

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Die Bahn hat sich mit ihren Plänen für die ICE-Neubaustrecke Frankfurt - Mannheim den Zorn einiger Bürgermeister im Kreis Offenbach zugezogen.

Die Neu-Isenburger kritisieren unter anderem, dass bei der Planung der ICE-Neubautrasse Frankfurt - Mannheim die Gesamtlärmbelastung des Stadtteils Zeppelinheim verkannt werde. Die Rathauschefs von Langen, Egelsbach und Dreieich haben mit der Kommune Erzhausen (Kreis Darmstadt-Dieburg) einen Brief an die Bahn verfasst. Darin bemängeln sie, dass die Güterzüge auch künftig auf der Bestandsstrecke fahren sollen - obwohl die Bahn die Güterzugtrasse vom niederländischen Rotterdam ins italienische Genua an die neue ICE-Trasse anbinden will.

Neubaustrecke sollte eigentlich Bestandsstrecke entlasten

Langens Bürgermeister Jan Werner (CDU) verlas in der Stadtverordnetenversammlung Auszüge aus dem gemeinsamen Brief der vier Kommunen. Demnach verwundert es die Bürgermeister, dass der Streckenabschnitt Frankfurt - Langen - Darmstadt nicht vom nächtlichen Güterverkehr entlastet wird. „ Genau das sollte doch mit der ICE-Neubaustrecke bezweckt werden“ , schreiben sie.

Die Stadt Langen habe sich 2016 bei den Bebauungsplänen für das Neubaugebiet Liebigstraße auf Prognosezahlen der Deutschen Bahn für das Jahr 2025 verlassen, nach denen nachts durch die Verlagerung auf die Neubaustrecke nur noch ein Güterzug fahren sollte. „ Danach ist der Schallschutz auch ausgerichtet“ , sagte Werner. Wenn die Bahn die Trasse wie jetzt geplant verwirkliche, müssten wohl die Schallschutzfenster der Häuser im Baugebiet Liebigstraße erneuert werden.

In Dreieich existieren nur veraltete Schallschutzanlagen

Auch in Dreieich hatte man, so steht es in dem Brief, im Stadtteil Buchschlag auf eine Entlastung durch Verlagerung der Güterzüge gesetzt. Die Wohnhäuser liegen dort unmittelbar an der Bahnstrecke und außer einem Schallschutz aus dem S-Bahn-Bau der 1990er Jahre existiere kein nennenswerter Schallschutz.

„ Warum sollten Güterzüge, die aus Richtung Gießen über die Main-Weser-Bahn oder Hanau über die Bebraer Bahn ins Rhein-Main-Gebiet fahren, nicht auf die ICE-Neubaustrecke geleitet werden können?“ , fragen die Kommunen. Zumindest sollte die Bestandsstrecke in die Lärmsanierung mit aufgenommen werden.

Neu-Isenburger Bürgermeister ist sauer

In Neu-Isenburg fühlt man sich von der Bahn „ nicht fair behandelt“ , so Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos). Die Neubaustrecke beginnt südlich des Stadtteils Zeppelinheim und führt entlang der A5. Die für das Neubauprojekt zuständige DB Netze sehe einen Planfeststellungsabschnitt vor, der in der Mitte des Bahnhofs Zeppelinheim beginne.
Die Neubaustrecke müsse aber ganzheitlich bereits vom Frankfurter Bahnhof aus betrachtet werden, sagt Hunkel, und spricht von einer „ willkürlichen, unnatürlichen Abschnittsbildung“ . DB Netze habe zwar 32 Varianten untersucht, aber nicht die Möglichkeit, den Verkehr am Ortsteil Zeppelinheim vorbeizuführen.

124 zusätzliche Züge fahren an Zeppelinheim vorbei

Die Lärmbelastung werde für die Bürgerinnen und Bürger „ unerträglich“ , sagt Hunkel. Statt täglich 373 Züge sollen laut Prognose 497 Züge den Bahnhof Zeppelinheim durchfahren. „ Das sind 124 zusätzliche Züge pro Tag.“ Das sei umso schlimmer, als an den Bahnanlagen noch die alten Lärmwerte von 70 Dezibel tags und 60 Dezibel nachts gälten. Für Neubaustrecken sind dagegen 65 beziehungsweise 55 Dezibel maßgeblich. Die Stadt fordert deshalb auch für die Bestandsstrecken die Anwendung der neuen Werte. Die Gesamtlärmbelastung von Zeppelinheim müsse betrachtet werden. Lärmquellen seien schon jetzt die Autobahn 5, die Flugzeuge, die vom Frankfurter Flughafen über den Häusern starteten und landeten, sowie die Triebwerksprobeläufe der Flieger am Boden.

Die Stadt hat eine Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren für die Neubaustrecke abgegeben. Man werde auch noch ein Positionspapier ans Eisenbahn-Bundesamt als Aufsichtsbehörde schicken, so Hunkel.

Auch in Weiterstadt sind Anfang Juli Proteste gegen die Trassenführung laut geworden.

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