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Gemüse aus eigenem Anbau

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Wetteraukreis (ten). Das Modell der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) hat sich in den vergangenen Jahren in der Wetterau zu einer interessanten Alternative für Verbraucher entwickelt, die einen direkteren Bezug zu ihren Lebensmitteln haben wollen. Bei der Solidarischen Landwirtschaft »Guter Grund« in Wölfersheim können Interessenten am Wochenende Mitglied werden, wenn sie Obst und Gemüse aus eigenem Anbau essen möchten.

Angesichts steigender Lebensmittelpreise und Meldungen über Skandale und Schadstoffe in Nahrungsmitteln suchen ökologisch Interessierte und Menschen, die sich gesund ernähren wollen, nach Alternativen. Dabei ist der eigene Garten nicht für alle die Lösung. Denn der braucht Zeit und vor allem Fläche. Beides ist in den Ballungsgebieten oft knapp.

Infoveranstaltung am Sonntag

Solidarische Landwirtschaften sehen sich als Ausweg aus diesem Problem. Gemeinsam pachten die Mitglieder landwirtschaftliche Flächen, die sie dann von Bauern oder Gärtnern bestellen lassen. So können die Mitglieder entscheiden, welche Lebensmittel mit welchen Methoden angebaut werden.

Viele Mitglieder sehen das Modell nicht nur als Möglichkeit, die Qualität der eigenen Ernährung zu verbessern. Sie verstehen es auch als einen Weg, Solidarität mit den Landwirten zu zeigen. Denn deren Einkommen sind angesichts der Arbeit, die sie leisten, oft gering und dazu stark schwankend. Feste Einnahmen aus der Bewirtschaftung der Felder, die die Solidarischen Landwirtschaften pachten, und ein Jahresvertrag mit den Mitgliedern sichern ein festes Einkommen ohne die Unsicherheit der Marktsituation und die Risiken, die Produkte nicht oder nicht kostendeckend absetzen zu können.

Die Solidarität greift aber auch unter den Mitgliedern. Gemeinsam bestreiten sie die Kosten, die bei der Erzeugung ihrer Lebensmittel entstehen. Dafür zahlen sie einen Beitrag von durchschnittlich rund 80 Euro monatlich. Dabei kann jedes Mitglied selbst bestimmen, wie viel es zahlen kann oder möchte. Damit haben auch Mitglieder mit geringerem Einkommen die Möglichkeit, sich an der Solidarischen Landwirtschaft zu beteiligen und gesund zu ernähren. Dass das solidarische Konzept aufgeht, haben die Bieterrunden der vergangenen Jahre zu Saisonbeginn gezeigt.

Rund 80 Haushalte aus Wölfersheim sowie Frankfurt und Offenbach haben sich in der Solawi »Guter Grund« in Wölfersheim organisiert.

Für dieses Jahr ist geplant, rund 20 weitere Haushalte mit Lebensmittel aus eigenem bio-veganen Anbau zu versorgen. Bei der Infoveranstaltung am Sonntag, 15. Januar, ab 16 Uhr im evangelischen Pfarrgemeindehaus Melbach können Interessenten erfahren, wie die Solawi (www.solawi-gutergrund.de) arbeitet und zu welchen Bedingungen sie Mitglieder werden können.

Weitere Infos zu den Solidarische Landwirtschaften in der Wetterau gibt es auf dem Internetangebot der Tourismus-Region Wetterau: https://tourismus.wetterau.de/genuss/direktvermarkter/saisongaerten/solawi.

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