Veritas

Ringen um Arbeitsplätze in Gelnhausen

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Krise beim Autozulieferer Veritas: Gespräche mit dem Betriebsrat sollen helfen.

Beim in die Verlustzone geratenen Gelnhäuser Automobilzulieferer Veritas ringen Management und Betriebsrat um den Erhalt der Arbeitsplätze: Sie führen derzeit Gespräche darüber, wie sich die Kosten senken und Entlassungen vermeiden lassen. Diese seien das letzte Mittel, könnten aber nicht ausgeschlossen werden, teilte eine Veritas-Sprecherin auf FR-Anfrage mit. Viele Sparmaßnahmen bei den Sach- und Personalkosten werden geprüft, auch Kurzarbeit und Lohnverzicht. Bei einem möglichen Stellenabbau werden „sozialverträgliche Lösungen“ angestrebt. Eine Entscheidung fällt wohl im März.

Der 1849 gegründete Teilkonzern Veritas, der zur Poppe-Veritas-Gruppe gehört, schloss 2018 mit einem Defizit ab, nach eigenen Angaben vor allem wegen eines Einbruchs im Dieselgeschäft und einer schwächelnden Konjunktur. Ende Januar kündigte Veritas ein „umfangreiches Restrukturierungsprogramm“ an, Ausgaben müssten deutlich gesenkt werden. Konkrete Zahlen zur „Ergebnislücke“ nennt die Firma nicht. In Gelnhausen arbeiten rund 1600 Menschen, bei der Poppe GmbH in Gießen insgesamt 320. Produziert werden etwa Dichtungen und Partikelfilter.

Die Kritik, Veritas habe zu stark auf Aufträge für Verbrennungsmotor und Dieselantrieb gesetzt, weist die AG zurück. Das Marktvolumen für alternative Antriebe sei noch zu gering, um aktuell nennenswerte Beiträge zu leisten. Veritas habe das Thema lange auf dem Schirm und bereits 1999 Brennstoffzellen-Leitungen geliefert. Künftig sollen Produkte für Elektroantrieb und Brennstoffzelle stärker forciert werden, damit Veritas langfristig wettbewerbsfähig bleibt.

Betriebsratschef Glenn Lawrence lobt, dass Veritas die Schwierigkeiten offen kommuniziere und gemeinsam mit den Arbeitnehmern nach Lösungen suche. Er betont aber auch, dass der Betriebsrat um jeden Arbeitsplatz kämpft und ein Abbau in jedem Fall sozialverträglich sein müsste.

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