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Die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi hat weltweiten Protest ausgelöst. Hier hält ein Journalist in Sri Lanka ein Protest-Plakat hoch.

Wirtschaft in Hessen

Geld verdienen in Saudi-Arabien

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Die Frage, wie sie nach der Tötung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi mit dem Königreich umgehen sollte, beschäftigt auch hessische Unternehmen.

Die Frage, wie die Wirtschaft nach der Tötung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi mit dem Königreich umgehen sollte, beschäftigt auch hessische Unternehmen. Die Messe Frankfurt etwa organisiert in Saudi-Arabien über eine Tochtergesellschaft Messen der Marken Automechanika, Materials Handling, Intersec und Beautyworld. Das Land berge ein großes noch unerschlossenes Potenzial, hieß es im Januar in einer Mitteilung der Messe.

„Uns als Messe Frankfurt ist bewusst, dass sich die Gesetzeslage in Saudi-Arabien vom demokratischen Rechtssystem in Deutschland unterscheidet“, sagte Unternehmenssprecher Markus Quint am Mittwoch auf Anfrage. „Wir organisieren politisch neutrale Messen und halten uns an die Vorgaben der Bundesregierung.“ Gerade in Zeiten schnellen Wandels sorgten neutrale Kommunikationsplattformen für mehr Verständigung und die Überwindung von Grenzen. Erwägungen, das wirtschaftliche Engagement in Saudi-Arabien nun wieder zu reduzieren oder zu beenden, gebe es aktuell nicht.

Auch der Handel mit Saudi-Arabien spielt für die hiesige Wirtschaft durchaus eine Rolle. Nach Angaben des Statistischen Landesamts exportierten hessische Unternehmen im vergangenen Jahr Waren im Wert von fast 463 Millionen Euro in das Königreich. Beinahe die Hälfte machten mit gut 228 Millionen Euro chemische und pharmazeutische Erzeugnisse aus. Eine größere Rolle spielt auch der Export feinmechanischer und optischer Erzeugnisse. Im laufenden Jahr wurden nach Zahlen der Statistiker bis August bereits Waren im Wert von fast 266 Millionen Euro ausgeführt. Damit liegt Saudi-Arabien auf Platz 31 der wichtigsten Exportländer für Hessen. Im selben Zeitraum wurden Waren im Wert von 75 Millionen Euro aus Saudi-Arabien eingeführt.

Für die Wirtschaftsförderung Frankfurt spielt Saudi-Arabien nach Angaben von Geschäftsführer Oliver Schwebel, anders als Dubai, dagegen keine Rolle. Saudi-arabische Unternehmen sind allerdings teils direkt oder mittelbar als Investoren auch in Hessen tätig. So ist der saudi-arabische Konzern Sabic seit September größter strategischer Ankeraktionär beim Schweizer Chemie-Konzern Clariant, für den im Industriepark Höchst etwa 1500 Menschen arbeiten. Saudi-arabische Käufer erwarben, wie das Maklerhaus JLL auf Anfrage mitteilt, dieses Jahr für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag ein Büroobjekt in Frankfurt.

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