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Bürgermeister Mathias Geiger und Adnan Shaikh, CDU-Stadtrat und möglicher Gegenkandidat für die nächste Bürgermeisterwahl.

Eschborn

Geiger warnt vor Mega-Baugebiet

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Beim Eschborner Neujahrsempfang herrscht Partystimmung. Rathauschef Mathias Geiger gibt sich versöhnlich. Die Bürgermeisterwahl im kommenden Herbst ist kein Thema.

Der Stadtverordnetensaal im Rathaus ist in buntes Licht getaucht. Die Besucher des Eschborner Neujahrsempfanges stehen dicht an dicht gedrängt, viele haben ein Glas Sekt in der Hand. Schülerinnen und Schüler einer Berufsvorbereitungsklasse der Heinrich-von-Kleist-Schule reichen Häppchen. Zwei Absolventen der Eschborner Gesamtschule rocken auf der Bühne.

Am Saaleingang steht Mathias Geiger, die Amtskette des Bürgermeisters um den Hals, und schüttelt Hände. Wie jedes Jahr ist die Schlange derer, die dem FDP-Verwaltungschef ein frohes neues Jahr wünschen wollen, lang. Hunderte sind gekommen. Viele Vertreter von Vereinen sind darunter, Geschäftsleute sowie Kommunalpolitiker aller Fraktionen. Bei einigen, wie Geigers Parteifreund und Stadtrat Heinz Christoph, dem ein besonderer Einfluss im Rathaus nachgesagt wird, oder dem Schulleiter der Heinrich-von-Kleist-Schule, Adnan Shaikh drücken die Fotografen besonders oft auf den Auslöser. Shaikh wird sei geraumer Zeit als möglicher Kandidat der Christdemokraten für die Bürgermeisterwahl im kommenden Herbst gehandelt.

Mathias Geiger wirkt beim diesjährigen Neujahrsempfang entspannt und gut gelaunt. Mit keinem Wort erwähnt er eine mögliche erneute Kandidatur als Rathauschef, über die seit seiner Verurteilung wegen Geheimnisverrats vor Weihnachten viel spekuliert worden war.

Stattdessen zieht er Bilanz über die Arbeit der Eschborner Lokalpolitik im vergangenen Jahr. Die Auflösung des immensen Projektstaus sei Schwerpunkt der Bemühungen gewesen, resümiert Geiger und nennt die Spatenstiche für das Notfallzentrum und die Zweifeldhalle an der Heinrich-von-Kleist-Schule als Höhepunkte. Bilder der beiden Projekte, für die die Stadt rund 14 Millionen Euro ausgibt, werden zur Illustration an die Wand projiziert. Für den Neubau der Eschborner Stadthalle und die Sanierung des Rathauses mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 57 Millionen Euro solle ein Architektenwettbewerb durchgeführt werden, sagt Geiger. Als er den baldigen Baubeginn für die neue Schwimmhalle am Wiesenbad ankündigt, brandet Applaus auf.

Hohe Gewerbesteuereinnahmen

Gleich zu Beginn von Geigers Rede war an der Wand hinter ihm die steil nach oben zeigende Kurve der Eschborner Gewerbesteuereinnahmen zu sehen. 180 Millionen Euro sind für 2019 veranschlagt. „Im vergangenen Jahr habe Eschborn die höchsten Einnahmen in der Geschichte der Stadt verbucht“, sagt Geiger und fügt hinzu. „Den größten Teil mussten wir allerdings an die Solidargemeinschaft abgeben.“

Geigers Neujahrsrede ist betont sachlich. Anders als im Stadtparlament vor Weihnachten, wo er nach dem gescheiterten Abwahlantrag gegen ihn in einer persönlichen Erklärung mit seinen Gegnern scharf ins Gericht ging und der „CDU-Clique“ vorwarf, ihn politisch und persönlich vernichten zu wollen, wählt er am Freitagabend stets das verbindliche „wir“. Die Mandatsträger bittet Geiger um „einen kontinuierlichen und konstruktiven Dialog“ und kündigt an, die Bürgerbeteiligung weiter auszubauen, „um neues Vertrauen in die Politik zu schaffen“.

Darüber, dass es weiterhin keine politische Mehrheit in Eschborn gibt, um die seit Jahren diskutierte Süd-Ost-Verbindung zwischen den beiden großen Gewerbegebieten zu realisieren, sei er enttäuscht und verärgert, sagt der FDP-Politiker. Und Geiger übt Kritik am geplanten „Mega-Baugebiet unmittelbar vor unserer Haustüre, direkt an unserer Stadtgrenze“. Für eine von ihm vorgelegte Resolution gegen den Frankfurter Stadtteil beidseits der A5 fand sich bislang ebenfalls keine Mehrheit in der Eschborner Stadtverordnetenversammlung.

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