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Die Vorbereitungen an der Valentin-Senger-Schule, einer Grundschule, waren vorerst umsonst.

Fragen/Antworten

Wie geht es an den hessischen Schulen weiter?

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Am Montag beginnt wieder schrittweise der Unterricht. Die FR beantwortet dazu Fragen.

Am Montag beginnt wieder schrittweise der Unterricht. Die FR beantwortet dazu Fragen.

Wer muss am Montag zurück in die Schule?
Alle Schülerinnen und Schüler, die in diesem Sommer ihren Abschluss machen. An den Gymnasien werden die Jugendlichen unterrichtet, die sich in der Phase Q2 befinden. Das sind die zwölften Klassen bei neunjähriger Gymnasialzeit und die elften an den G8-Schulen. Ursprünglich sollten auch die vierten Klassen der Grundschulen zurückkommen, aber der Verwaltungsgerichtshof kippte diese Regelung.

Wie werden Schüler und Lehrer vor Ansteckung geschützt?
Das Land Hessen hat einen Hygieneplan aufgestellt. Danach dürfen nur 15 Schülerinnen und Schüler in einer Klasse unterrichtet werden. Die Tische müssen mindestens anderthalb Meter Abstand zueinander haben. In den Toiletten muss es ausreichend Seife und Papierhandtücher geben. Die Lehrer sollen jede Form von Gedränge, sei es auf dem Pausenhof oder im Treppenhaus, verhindern.

Wie sieht es mit Schutzmasken aus?
Die Maskenpflicht in Hessen gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften, nicht aber in Schulen. Gleichwohl können Schüler und Lehrer einen Schutz vor Mund und Nase tragen. Das Land stellt dafür 750 000 Masken zur Verfügung, in Frankfurt werden 45 000 weitere seit Freitag an den Schulen verteilt.

Gibt es besonderen Schutz für Angehörige von Risikogruppen?
Lehrerinnen und Lehrer, die älter sind als 60 oder unter einer Vorerkrankung leiden, werden nicht zum Unterrichten gezwungen, dürfen aber freiwillig in die Schule kommen. Das gilt auch, wenn sie mit einem Angehörigen einer Risikogruppe zusammenleben. Schülerinnen und Schüler, die selbst besonders gefährdet sind oder mit gefährdeten Menschen unter einem Dach leben, sind vom Unterricht befreit.

Was verändert sich im Unterricht?
Der Fokus liegt auf Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache. Sportunterricht ist wegen der Ansteckungsgefahr gestrichen, das gilt auch für Proben des Schulchors. Klassenfahrten und Ausflüge fallen bis zu den Herbstferien aus.

Was sagen die Eltern dazu?
Der Landeselternbeirat und die Vorstände der Stadt- und Kreis-elternbeiräte beklagen viele offene Fragen und weisen etwa darauf hin, dass die sanitären Voraussetzungen an vielen Schulen nicht gegeben seien. Zudem fordern sie, dass es den Eltern freigestellt wird, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Für Kinder, die zur Risikogruppe gehören, soll es alternative Konzepte geben.

Wie verhalten sich Lehrerinnen und Lehrer?
Die Vorsitzende der hessischen GEW, Birgit Koch, sagt: „Wer die Öffnung von Schulen befürwortet, muss für entsprechende Rahmenbedingungen sorgen. Die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler sowie der Beschäftigten muss Vorrang haben. Wir brauchen einen Stufenplan, der die Voraussetzungen benennt. Sind diese nicht gegeben, kann es eine Lockerung nicht geben.“ An den Schulen müsse es zumindest eine ausreichende hygienische Ausstattung geben. Nötig sei zudem „ein erweitertes Schulbuskonzept“, damit die Abstandregeln eingehalten werden können. Für die Nutzung von Bussen und Bahnen müssten Schüler und Lehrer Schutzmasken bekommen.

Wann kommen die übrigen Schüler zurück?
Das erscheint völlig offen. Ziel ist es laut Kultusministerium, dass alle Schüler bis zu den Sommerferien noch einmal in die Schule gehen. Zunächst aber gelte es abzuwarten, wie sich die Infektionszahlen nach den am Montag beginnenden Schulöffnungen entwickeln. Für die Grundschulen ist nach dem Gerichtsbeschluss vom Montag erst recht keine Prognose möglich. 

Von Georg Leppert

Schulstart in Frankfurt dank Corona-Lockerungen. Zurück an der Schule müssen sich Schülerinnen und Schüler erst an neue Regeln gewöhnen. Es fällt nicht immer leicht, den Abstand einzuhalten. In der Pause etwa.

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