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Ermittlungen gegen Neonazis dauern an.

Neonazis

Gruppierung „Wolfsbrigade“: Im Visier des Geheimdienstes 

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Neonazigruppe steht nicht im Verfassungsschutzbericht – das kann taktische Gründe haben.

Bisher taucht die neonazistische Gruppierung „Wolfsbrigade“ und ihr militanter Arm, die „Sturmbrigade“ nicht in den Verfassungsschutzberichten des Bundes oder Hessens auf. Das dürfte sich nach der Razzia in dieser Woche ändern.

„Die genannte Gruppierung ist dem Landesamt für Verfassungsschutz Hessen bekannt“, teilte ein Sprecher der Behörde der Frankfurter Rundschau auf Anfrage mit. Der hessische Verfassungsschutz wies ausdrücklich darauf hin, „dass die Sicherheitsbehörden hierzu in engem Austausch miteinander stehen“.

Der Verfassungsschutzbericht ist „nicht abschließend“

Am Dienstag hatte der Generalbundesanwalt von Ermittlungen gegen die Gruppe berichtet. Es habe Durchsuchungen in Hessen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gegeben. Nach Angaben der Waldeckischen Landeszeitung wurde dabei ein Fachwerkhaus in Korbach gestürmt, in dem Thorsten K. lebt. Er gehörte nach Informationen der FR einst der Kameradschaft „Sturm 18“ in Kassel an.

Dass die „Brigaden“ nicht in den Verfassungsschutzberichten auftauchten, bedeutet nicht, dass sie den Behörden unbekannt waren. Es könnte vielmehr bedeuten, dass die Gruppe nicht vor Ermittlungen gewarnt werden sollte. Der Verfassungsschutzbericht sei „nicht abschließend“, ließ der hessische Verfassungsschutz wissen. „Die Erwähnung eines Beobachtungsobjektes hängt unter anderem von der Intensität seiner extremistischen Bestrebungen im jeweiligen Berichtsjahr ab sowie von nachrichtendienstlichen Erwägungen.“

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