Nidda

Gegen „Lex Nidda“

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Die Kreistags-Grünen wollen ein Schulschwimmbad in Nidda. Doch die CDU winkt ab. Der Schwimmunterricht im Kreis gelte mit den vorhandenen Bädern als gesichert. Am Mittwoch wollen die Grünen den Kreistag über eine Machbarkeitsstudie abstimmen lassen.

Die Forderung der Grünen nach einem Schulschwimmbad in Nidda als Teil eines Sporthallenneubaus wird von der CDU-Kreistagsfraktion als populistisch zurückgewiesen. Der Schwimmunterricht werde bereits unterstützt wie nie zuvor, notiert Fraktionschef Sebastian Wysocki. Die Grünen wollen heute im Kreistag über eine Machbarkeitsstudie abstimmen lassen.

Seit 2017 ist das Hallenbad in Nidda geschlossen. Das Dach ist marode, die vermutlich Millionen Euro teure Sanierung, zu der vermutlich nicht nur das Dach zählen wird, kann sich die Stadt nicht leisten. Die Politik schwankt zwischen Abriss, Sanierung und Neubau.

Das Hallenbad mit angeschlossenem Freibad wurde 1971 eröffnet, seinerzeit noch in Kreishand. Die Jugendlichen der fünf Schulen im Ort fahren nun nach Gedern ins Bad. Aus dem zweistündigen Sportunterricht wird nach Abzug der Fahrtzeiten so bestenfalls noch eine Stunde im Wasser.

Leidtragende sind auch Vereine, vor allem die DLRG. Vorsitzender Michael Riesbeck beklagt bei den jungen Mitgliedern großen Schwund, weil die Kinder im rund 29 Kilometer entfernten Usa-Wellenbad trainieren müssen, was vielen Eltern zu weit und zu spät werde. Denn die Kindern seien etwa erst nach 20 Uhr zu Hause und müssten dann noch Essen, so Riesbeck.

Für die DLRG drohe damit eine ganze Generation Rettungsschwimmer verloren zu gehen, deren Ausbildung bis zu acht Jahre dauert. Die DLRG Nidda ist in der Region und auch an der Küste im Einsatz.

Die CDU sieht in der Forderung der Grünen eine „Lex Nidda“. „Wie soll das den anderen Städten und Gemeinden im Wetteraukreis vermittelt werden, wenn wir eine einzelne Kommune so bevorzugen“, fragt Wysocki, der Erster Stadtrat in Bad Vilbel ist, das seit Mitte 2018 auch kein Hallenbad mehr hat und seine Kinder nach Karben schickt.

Der Schwimmunterricht gelte mit den vorhandenen Bädern im Kreis als gesichert. Zudem würden die Kosten für Busfahrt und Eintritt als freiwillige Leistung übernommen. Damit gehe der Kreis über das gesetzlich Geforderte hinaus, heißt es. Wysocki sieht darin „konkrete Unterstützung des Schwimmunterrichts, ohne populistische Forderungen nach einem Einstieg des Kreises in Bau und Betrieb eigener Hallenbäder“. 

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