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Dezernent Edwin Schwarz ignorierte den Beschluss, die Mainuferstraße zu sperren.
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Dezernent Edwin Schwarz ignorierte den Beschluss, die Mainuferstraße zu sperren.

Verkehr in Frankfurt

Gegen die autogerechte Stadt

  • Claus-Jürgen Göpfert
    VonClaus-Jürgen Göpfert
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Über den langen politischen Kampf um die Stilllegung der nördlichen Mainuferstraße.

Vor fünfzehn Jahren handelt sich Edwin Schwarz viel Ärger ein. Der damalige christdemokratische Planungsdezernent der Stadt Frankfurt entscheidet in eigener Machtvollkommenheit: Die nördliche Mainuferstraße wird nicht für den Verkehr gesperrt. Es ging nur um die Sonntage und auch nur um einen begrenzten Versuch. Aber all das geht dem CDU-Mann Schwarz zu weit – und er zieht die politische Notbremse.

Eigentlich haben die Stadtverordneten mit der Mehrheit von SPD, Grünen und FDP die Stilllegung beschlossen. Doch sie ist 2003 ein Tabu in der Frankfurter Kommunalpolitik. Denn noch immer gilt der Leitsatz: Der Autoverkehr muss fließen – und alles, was dies verhindert, ist des Teufels.

Und so setzt sich Planungsdezernent Schwarz mal eben über den Stadtverordnetenbeschluss hinweg. Lutz Sikorski, der Fraktionschef der Grünen im Römer, ist ebenso sauer wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Oesterling und der FDP-Fraktionschef Volker Stein, der sich „sehr verstimmt“ gibt.

Grüne kämpfen seit 80er Jahren für Sperrung

CDU-Politiker Schwarz argumentiert, wenn das Mainufer gesperrt werde, steige die Verkehrsbelastung anderer Straßen – und das dürfe nicht sein. Auch die Ortsbeiräte aus Sachsenhausen hegen große Bedenken – sie fürchten, dass sich der Verkehr vom nördlichen Mainufer bei Sperrung nach Süden verlagert.

So bleibt damals alles beim Alten. Die Grünen stecken bei der Mainuferstraße die xte Niederlage ein – sie kämpfen schon seit den 80er Jahren für die Sperrung. Es soll endlich ein Ende haben mit der autogerechten Stadt Frankfurt. 2006 kommt ein neuer Anlauf. CDU und Grüne begründen die erste schwarz-grüne Koalition im Römer. Ihre grundlegenden Meinungsverschiedenheiten beim Autoverkehr beerdigen sie im Koalitionsvertrag unter einem Milliardenprojekt. In dem Papier vom Sommer 2006 heißt es: „Die nördliche Mainuferstraße wird zwischen Alter Brücke und Untermainbrücke in einem Tunnel geführt.“

Daran, dass dieser Tunnel kommt, glaubt kaum jemand. Der Grüne Lutz Sikorski ist 2006 Verkehrsdezernent geworden. Er kündigt für das Jahr 2007 eine Untersuchung des Tunnel-Bauvorhabens durch ein privates Ingenieurbüro an.

Im Herbst 2006 präsentiert der OB-Kandidat der Sozialdemokraten, Franz Frey, einen neuen Vorschlag: Er will die Mainuferstraße in Höhe des Eisernen Steges zu einem öffentlichen Platz umbauen. Das ist der alte Vorschlag der Sperrung, nur in einem neuen Gewand. Der Autotunnel, so Frey damals, sei viel zu teuer. Lieber solle die Stadt in den öffentlichen Nahverkehr investieren. Allerdings verliert im Frühjahr 2007 Frey die OB-Wahl mit Pauken und Trompeten gegen Oberbürgermeisterin Petra Roth. Aus dem öffentlichen Platz am Eisernen Steg wird nichts. Aus dem Tunnel unter der Mainuferstraße allerdings auch nicht.

So geht die Zeit ins Land. Der Autoverkehr am nördlichen Mainufer fließt weiter. Nur für die Tage des alljährlichen Mainfestes wird die Straße gesperrt. Etliche Buden und Karussells werden aufgebaut. Seltsamerweise bricht in dieser Zeit der Autoverkehr in der Frankfurter Innenstadt nicht zusammen.

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