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Niemand kann sicher sein, ob Salami von Wilke auf seiner Tiefkühlpizza liegt.

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Gefährlicher Wurstskandal in Hessen

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Auf die hessische Umweltministerin Priska Hinz kommen Wochen zu, die ungemütlich werden könnten. Für sie geht es politisch um die Wurst. Ein Kommentar.

Seit fast zwei Monaten wissen die Behörden, dass gefährliche Keime in Wurst der Firma Wilke waren. Seit immerhin drei Wochen ist ihnen bekannt, dass sehr wahrscheinlich zwei Todesfälle und mehrere Dutzend Krankheitsfälle mit diesen Listerien zusammenhängen.

Und trotzdem kann heute niemand sicher sein, ob solche Salami aus Nordhessen auf seiner Tiefkühlpizza liegt. Eine Liste mit allen möglicherweise betroffenen Produkten und Verkaufsstellen liegt der Öffentlichkeit nicht vor. Das ist beunruhigend.

Es ist schwer nachzuvollziehen, wenn Umweltministerin Priska Hinz den Behörden trotzdem einen „recht zügigen Zeitablauf“ attestiert, bis der Wurstbetrieb vor einer Woche geschlossen wurde. Entweder hat sie recht – dann stimmt etwas nicht im System. Oder sie hat nicht recht – dann wurde das Vorgehen in ihrem Ministerium und möglicherweise auch in anderen Behörden fahrlässig verschleppt. Wie es derzeit aussieht, trifft beides zu.

Auf die Umweltministerin kommen Wochen zu, die ungemütlich werden könnten. Für sie geht es politisch um die Wurst.

Zugleich müssen die Regeln überprüft werden. Bei akuter Gesundheitsgefahr reicht es nicht, auf Behördenportalen schwer verständliche Mitteilungen zu veröffentlichen. Transparenz muss anders aussehen. Zum Schutz der Verbraucher und der Unternehmen, die sauber arbeiten.

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