Kriminalität

Mit Gasflasche am Geldautomat in Hofheim erwischt

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Die Polizei hat vier Verdächtige verhaftet und sieben Objekte im Rhein-Main-Gebiet durchsucht. Ist das Quartett auch für weitere Sprengungen verantwortlich?

Der Polizei könnte ein Schlag gegen eine Bande gelungen sein, die für eine Serie von Geldautomatensprengungen verantwortlich ist. Am frühen Donnerstagmorgen seien in Hofheim vier Beschuldigte festgenommen worden, teilte die Frankfurter Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Die Männer seien dringend des „versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des versuchten Diebstahls“ verdächtig. Die vier im Alter zwischen 22 und 35 Jahren sollen Donnerstagfrüh versucht haben, Geld aus zwei Automaten in einer Bank in Hofheim im Main-Taunus-Kreis zu entwenden. Sie hätten mit einem Gasgemisch die Apparate öffnen wollen.

Den Angaben zufolge arbeiteten die Männer in zwei Teams. Zwei der Beschuldigten, 22 und 23 Jahre alt, seien gegen 3 Uhr mit Gasflaschen bei der Bank aufgetaucht. Im Vorraum habe einer von ihnen die Flaschen abgelegt. Zeitgleich entdeckten die Ermittler im unmittelbaren Umfeld in einem Auto einen 31-Jährigen und einen 35-Jährigen. Die beiden seien gerade dabei gewesen, die Polizeistation Hofheim auszukundschaften.

Nach derzeitigem Stand war ihr Part bei dem nächtlichen Job, eine rasche Verfolgung der flüchtenden Kollegen durch die Polizei zu verhindern. Ein Vorgehen, das an ähnliche Fälle dieser Art im Rhein-Main-Gebiet und auch andernorts erinnert. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Störaktionen in Zusammenhang mit Sprengungen von Geldautomaten.

Schusswaffen gefunden

So wurden sogar brennende Barrikaden vor Polizeistationen errichtet, damit die Beamten mit ihren Fahrzeugen nicht ausrücken konnten. Wie Generalstaatsanwaltschaft und Hessisches Landeskriminalamt (LKA) berichteten, soll nun geprüft werden, ob die vier Verdächtigen auch für andere Fälle von Geldautomatensprengungen infrage kommen.

Im Anschluss an die Festnahme des Quartetts durchsuchte die Polizei insgesamt sieben Objekte: in Eschborn und Schwalbach am Taunus, Frankfurt, Bad Soden und Offenbach. Dort entdeckten sie unter anderem scharfe Schusswaffen, Handys, mögliche Tatkleidung, Marihuana, diverse Werkzeuge sowie „Equipment, welches vermutlich für Sprengungen von Geldautomaten genutzt wurde“. Die vier Beschuldigten wurden am Freitag dem Haftrichter vorgeführt.

Das Sprengen von Geldautomaten hat Konjunktur. Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres registrierte das Landeskriminalamt 19 Versuche in Hessen. Zwölfmal waren die Täter erfolgreich, siebenmal gingen sie leer aus. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 31 Sprengversuche, um an Bargeld zu gelangen. Nicht immer mit Erfolg: Lediglich 19 Geldautomaten wurden tatsächlich gesprengt.

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