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Während sich unten die Theaterleute präsentierten, zeigten oben die Freimaurer ihren Saal mit neuer Terrasse.

Darmstadt

Darmstadt feiert Theaterfest zur Eröffnung

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Das Georg-Moller-Haus in Darmstadt wurde für 3,1 Millionen Euro saniert und erweitert. Am Sonntag konnten Besucher das Haus besichtigen.

Neue Zeiten im Georg-Moller-Haus: Theaterrequisiten oder -kulissen müssen nicht mehr quer durch den Garten und über Treppen getragen werden, bis sie auf der Bühne stehen. Und auch die Freimaurerloge im Obergeschoss hat endlich die lange von der Feuerwehr angemahnte Fluchttreppe. „Und noch mehr: Wir haben eine schöne Terrasse angebaut bekommen und dadurch hat das Theater unten zusätzlichen Raum gewonnen“, sagt Olaf Rabe, Hausintendant der Loge „Johannes der Evangelist zur Eintracht“.

Am Sonntag haben der Verein Freie Szene und die Loge mit der Stadt die Eröffnung des sanierten Georg-Moller-Hauses gefeiert. Viele Darmstädter folgten dem Aufruf, das Haus zu besichtigen, die Theatergruppen bespielten vom Mittag bis in den Abend die Räumlichkeiten mit Ausschnitten aus ihrem Programm oder mit Lesungen.

Ganz fertig ist die im Frühjahr 2016 begonnene Neugestaltung des Hauses nicht: Bauzäune am Eingang weisen darauf hin, dass hier noch Grünfläche gestaltet werden muss und der rückseitig liegende Garten ist noch Baustelle. „Hier wird ein kleines Amphitheater angelegt“, sagt Ann Dargies vom Vorstand der Freien Szene. Manches wurde erst in letzter Sekunde fertig, etwa die Fluchttreppe von der Terrasse der Freimaurer hinunter in den Garten. Die rostfarbene, massive Metalltreppe ist ein Hingucker, viele Besucher fühlen mit der Hand nach, ob es sich wirklich um Metall handelt.

„Voraussichtlich im April wird das Amphitheater angelegt, dann kann auch der Garten bespielt werden“, sagt Architekt Joachim Gottstein. Die Treppe bietet dabei auch reizvolle Möglichkeiten für Auftritte bei Theaterproduktionen. „Ich wollte nicht nur eine Guckkastenbühne schaffen, sondern auch kreative Gelegenheiten“, sagt er. Die Arbeit an dem Bau aus den 60er Jahren sei anspruchsvoll gewesen. „Erst ging es nur um Brandschutz und Dachsanierung“, sagt Gottstein, „die Herausforderung war, aus diesen Notwendigkeiten Möglichkeiten für die Gruppen im Haus zu schaffen.“

Probenraum für theaterpädagogische Arbeit

Dass dies gelungen sei, darin sind sich Freie Szene und Loge einig. „Endlich gibt es eine Behindertentoilette und einen Aufzug – und das Dach ist dicht“, sagt Rabe. Reiner Bauer vom Theaterverein freut sich über eine Zufahrt von der Straße zum Bühneneingang, ein Requisitenlager und eine Dusche für die Künstler. „Die gab es vorher nicht, ein Waschbecken in den unteren Toiletten musste nach der Vorstellung dafür herhalten“, sagt er.

Außerdem hat der Verein durch die Verlegung der Lüftungsanlage einen knapp 35 Quadratmeter großen Probenraum für theaterpädagogische Arbeit hinzugewonnen. „Vorher musste teils außerhalb geprobt werden“, erinnert sich Dargies, „bei über 30 Gruppen hier im Haus ist ein zusätzlicher Raum eine große Hilfe.“

Für die Besucher am Sonntag unsichtbar bleibt eine große Neuerung: die Photovoltaikanlage auf dem Dach. „Von der werden aber die Besucher, die mit dem Rad herkommen, auch profitieren“, sagt Rabe. Denn am Seiteneingang werden noch Fahrradständer montiert, die Ladestationen für Elektroräder beinhalten.

Mit knapp 3,1 Millionen Euro war die Sanierung um 700 000 Euro teurer als zunächst gedacht. „Während der Bauarbeiten taten sich neue Baustellen auf, so musste etwa Asbest entfernt werden“, sagt Gottstein. „Die Arbeit hat sich aber gelohnt: Das Moller-Haus ist jetzt sicher die schönste Veranstaltungslocation in ganz Darmstadt“, ist sich Rabe sicher.

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