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Das Bürogebäude wird aus Lehm errichtet.

Alnatura in Darmstadt

Alnatura baut einen Campus

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Der Biohändler Alnatura errichtet auf einem früheren US-amerikanischen Kasernengelände einen neuen Firmensitz und einen Waldorfkindergarten, der nicht nur den Kindern von Mitarbeitern vorbehalten ist.

Ein halbes Jahr nach dem Beginn der Bauarbeiten für den neuen Unternehmenssitz des Bio-händlers Alnatura ist auf dem früheren Gelände der Kelley Barracks im Westen Darmstadts mit dem Bau eines Waldorfkindergartens begonnen worden. Bauherr des öffentlichen Kindergartens ist die Alnatura-Stiftung. Der Grundstein für den  eingeschossigen Rundbau wurde gestern gelegt.

Der Waldorfkindergarten in freier Trägerschaft wird Teil des sogenannten Alnatura-Campus sein, der derzeit auf dem Gelände der ehemaligen Kelley Barracks entsteht. Die Stadt finanziert komplett den Betrieb des Kindergartens. Über die Höhe der Baukosten wollte sich eine Firmensprecherin nicht äußern. Mit einer sechsstelligen Summe unterstützen die Software-AG-Stiftung und die benachbarte Firma Döhler das Bauvorhaben. Vorgesehen ist, den Kindergarten im Spätsommer 2018 zu eröffnen.

Alnatura-Gründer Götz Rehn sagte, Lehrlinge des Unternehmens hätten vor einiger Zeit die Idee für die Einrichtung entwickelt. Geplant sei, auf dem Areal einen attraktiven „Erholungs-, Aufenthalts-, Arbeits- und Lernort“ zu schaffen. Herzstück des Alnatura-Campus ist die „Alnatura-Arbeitswelt“, deren Rohbau voraussichtlich bis Mai fertiggestellt wird.

Der waldorfpädagogische Kindernaturgarten richte sich an Darmstädter Familien, die an einer individuellen, naturnahen Erziehung interessiert seien, äußerte Kindergarten-Geschäftsführerin Bettina Wickert-Kraft. Die Kosten für die Kinderbetreuung entsprächen dem städtischen Betreuungssatz. Anmeldungen können voraussichtlich von Sommer an über das Elternportal der Stadt Darmstadt abgegeben werden.

Der Kindergarten wird maximal 88 Kindern einen Platz bieten. Die Einrichtung wird in zwei U3-Gruppen mit je elf Ein- bis Dreijährigen sowie in drei Ü3-Gruppen mit je 22 Kindern zwischen drei und sechs Jahren aufgeteilt. Der Kindergarten wird werktags von 7.30 bis 17.30 Uhr geöffnet sein. Gemäß der anthroposophischen Ausrichtung wird in dem Kindergarten Wert auf das tägliche Naturerleben der Kinder gelegt. Aus diesem Grund verfügt jede der fünf Gruppen über einen direkten Zugang zu dem geplanten, etwa 3300 Quadratmeter großen Gartenbereich.

Ähnlich wie beim Bau der benachbarten Firmenzentrale, bei dem es sich um Europas größtes Bürogebäude aus Lehm handelt, wird nach den Worten des Stuttgarter Architekten Martin Haas auch der Kindergarten aus natürlichen und nachwachsenden Materialien wie Holz, Lehm und Linoleum errichtet. Die Pläne für den eingeschossigen Rundbau mit einer Grundfläche von 1000 Quadratmetern stammen vom Stuttgarter Architekturbüro „Haas-Cook-Zemmrich Studio 2050“.
Jede der fünf Gruppen verfügt über eigene Schlaf-, Sanitär-, Garderoben-, Koch- und Esszonen. Separate Räume für Ruhephasen oder Bewegungseinheiten sorgen dafür, dass auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingegangen werden kann. Ein Mehrzweckraum soll auch für Eltern-Kind-Kurse zur Verfügung stehen. Auch der Lauf der Sonne wurde in der Raumaufteilung berücksichtigt, um das Tageslicht im gesamten Gebäude optimal zu nutzen.

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