Ob die „Bentheimer Landschafe“ den Weg in die Schulküchen finden, wissen wir nicht. Öko sind sie jedenfalls.  
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Ob die „Bentheimer Landschafe“ den Weg in die Schulküchen finden, wissen wir nicht. Öko sind sie jedenfalls.  

Landesregierung

Ganz Hessen wird Ökomodellregion

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Hessens Umweltministerin Hinz freut sich über die Ausweitung des Projekts aufs komplette Land. Schulessen soll von Biohöfen kommen, Verbraucher zu regionalen Produkten greifen.

Die Hessische Landesregierung will erreichen, dass mehr Landwirte nach Ökokriterien arbeiten und ihre Produkte regional besser vermarkten. Die Gastronomie, die Schulküchen und der Einzelhandel sollen ermutigt werden, solche Lebensmittel anzubieten.

Die Wege zu diesem Ziel sind vielfältig. Biohöfe schließen sich mit Schulen und Betriebskantinen zusammen, um regelmäßig Biorindfleisch anzubieten. Einkaufsführer weisen Verbraucherinnen und Verbrauchern den Weg. In regionalen Biowochen werden Hofführungen, Genussabende und Workshops für Kinder geboten.

Landesförderung

18 Millionen Euro stellt die Landesregierung für die Umsetzung des Ökoaktionsplans im Zeitraum bis 2025 bereit, etwa um die Vermarktung von Ökoprodukten voranzutreiben.

31 Millionen Euro pro Jahr fließen in den Ökolandbau. Betriebe erhalten Geld für jeden Hektar, den sie ökologisch bearbeiten.
18 Millionen Euro stehen 2020 und 2021 für die Förderung vielfältiger Ackerkulturen bereit. Davon profitieren auch konventionell arbeitende Landwirte.

17 Millionen Euro Förderung gibt das Land für Bauten und andere Projekte regionaler Molkereien, Käsereien und Schlachtereien. pit

All dies wird seit fünf Jahren in hessischen Ökomodellregionen ausprobiert. Am Freitag berichtete Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) in Wiesbaden, dass nun alle Regionen teilnehmen. Damit sei ganz Hessen „die Ökomodellregion für Deutschland“. Das Land werde damit „ein Vorbild für andere Flächenländer“, hofft die Grünen-Politikerin. Die Modellregionen werden von 2021 an fünf Jahre lang gefördert, etwa indem Hessen Personalkosten für Projektkoordinatoren übernimmt.

Zu den neu hinzugekommenen Regionen zählen nicht nur ländliche Gebiete, sondern auch die Großstädte Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden. „Auch in Wiesbaden und im Frankfurter Raum gibt es eine ausgeprägte landwirtschaftliche Erzeugung und gute Böden“, sagte Karl-Eckart Mascus, der Sprecher der neuen Ökomodellregion „Nassauer Land“, zu der Wiesbaden und zwei Landkreise zählen. Vor allem aber sitze „der Verbraucher direkt vor der Tür“. Das könne von regionalen Erzeugern noch besser genutzt werden. „Man muss in die Gastronomie, man muss in die Schulküchen hinein“, fügte Claudia Zohner hinzu, Vertreterin der Ökomodellregion Wetterau. So solle die Schulverpflegung in der Region Lahn-Dill-Gießen auf regionale Bioprodukte umgestellt werden. Ziel sei es, den Anteil in den nächsten drei Jahren auf bis zu 30 Prozent zu steigern.

Die Modellregionen wollen dafür sorgen, dass Boden, Wasser und Luft geschützt, das Tierwohl beachtet und weite Transportwege überflüssig werden. Der ökologische Landbau trage zu all dem bei, erläuterte Mascus.

Aber auch konventionelle Betriebe könnten einen Beitrag zum Artenschutz und zur regionalen Vermarktung leisten. „Wichtig ist uns, dass wir keine Polarisierung vornehmen in gute und schlechte Landwirte“, formulierte der Sprecher der Modellregion „Nassauer Land“.

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