Gans und Huhn fürs Fest

Mit Waldemar Thomas auf dem Bio-Lindenhof in Leun an der Lahn. Ein Spezialist für fleischiges Geflügel.

"Wir konnten den Hof recht günstig kaufen", erzählt Anneliese Posharenko, "und haben dann mit den Hühnern, Enten und Gänsen weiter gemacht, mit denen mein Schwager schon angefangen hatte."

Wir, das sind Anneliese und Heinrich Posharenko, sie ist von Beruf Krankenschwester, er arbeitet als Feinoptiker bei Carl Zeiss im nahen Wetzlar. Die Posharenkos sind Russlanddeutsche aus Kasachstan, die schon vor dreißig Jahren ausgesiedelt sind. "Meine Mutter ist Bäuerin. Bei mir liegt der Hang zur Landwirtschaft in den Genen; die Familie meines Mannes besaß ebenfalls Vieh für die eigene Versorgung." So nahm der Bioland-Betrieb seinen Anfang.

Rund tausend braune Legehennen tummeln sich auf dem Lindenhof, zusammen mit Enten und Gänsen fürs Weihnachtsgeschäft. Die Hühner hält Familie Posharenko ein Jahr lang, dann werden sie geschlachtet, als Suppenhühner verkauft. Diejenigen, die ein solches Huhn erwerben konnten, haben wahrlich Grund, sich glücklich zu schätzen. "Daraus eine Hühnersuppe", schwärmt Anneliese Posharenko, "das ist ganz was Feines. Die ist auch gut gegen Erkältung." Nicht ohne Grund also wird ein derartiges Elixier in Nordamerika "jüdisches Penicillin" genannt. Besonders gehaltvoll wird die Suppe mit Lindenhof-Nudeln, die sich ebenfalls durch biologische Qualität auszeichnen. Es gibt sie in fast 30 Sorten.

Die Suppenhühner kosten küchenfertig 4,50 Euro pro Stück, Brathähnchen gibt es für sieben Euro pro Kilo, sie können bis zu vier Kilogramm Gewicht auf die Waage bringen. Die Enten und Gänse, in biologischer Qualität, kosten neun Euro pro Kilogramm. Männliche Enten bringen "bestimmt vier Kilo" auf die Waage, geben also einen Festtagsbraten von eindrucksvoller Größe ab. Und von großem Wohlgeschmack, wie der Marktführer sich gerne erinnert. Weibliche Enten bringen es auf rund drei Kilogramm und schmecken nicht weniger gut. Posharenkos Bio-Gänse sind vier bis fünf Kilo schwer, für die Kleinfamilie gibt es aber auch leichtere Vögel. "Wir mästen die Gänse nicht um jeden Preis; wenn sie hungrig sind, dann fressen sie." Gefüttert wird Weizen und Gerste, oder besser: zugefüttert, denn die Gänse weiden in erster Linie und fressen Gras. Auf diese Weise kommen fleischige Vögel zustande.

Es gibt sie ab Hof, Vorbestellung ist ratsam. Beliefert werden Bio-Höfe und Bio-Läden, aber auch Kunden zu Hause. Und zwar in der Region von Hachenburg im Westerwald bis in den Raum Gießen. Selbstverständlich auch mit den Bio-Eiern des Lindenhofs.

Lindenhof (Bioland) Anneliese und Heinrich Posharenko(außerhalb, Richtung Wetzlar)35638 Leun/LahnTelefon: 06473-412371; Fax: 412369E-Mail: lindenhof-leun@web.deVerkauf: ganztags, Sa bis 19 Uhr

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