1. Startseite
  2. Rhein-Main

Galeria Karstadt-Kaufhof wieder insolvent

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Oliver Teutsch

Kommentare

Die Galeria-Filiale an der Frankfurter Hauptwache ist ziemlich schick, vermisst aber internationale Klientel. Foto: Renate Hoyer.
Die Galeria-Filiale an der Frankfurter Hauptwache ist ziemlich schick, vermisst aber internationale Klientel. Foto: Renate Hoyer. © Renate Hoyer

Auch hessische Filialen der Warenhaus-Kette könnten von Schließung betroffen sein.

Das Bibbern bei den Beschäftigten geht schon wieder los. Rund zwei Jahre nach der Schließungswelle bei Galeria Karstadt-Kaufhof hat der Warenhauskonzern erneut Insolvenz angemeldet. Dem Vernehmen nach sollen etwa ein Drittel der bundesweit noch 131 Häuser der neuerlichen Sanierungswelle zum Opfer fallen. In Hessen gibt es noch ein Dutzend Filialen der Warenhauskette. 2020 war die Kaufhof-Filiale im Hessen-Center in Bergen-Enkheim und Karstadt im Main-Taunus-Zentrum den Sparbemühungen zum Opfer gefallen. Für die ehemalige Karstadt-Filiale auf der Zeil war ein Kompromiss ausgehandelt worden. Das traditionsreiche Haus soll bis zum 31. Januar 2025 geöffnet bleiben. Welche hessischen Kaufhäuser diesmal betroffen sein könnten, kann Horst Gobrecht von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi noch nichts sagen: „Das wäre Spekulation.“ Es sei ja erst drei Tage her, dass Insolvenz beantragt wurde, betont der für den Einzelhandel zuständige Gewerkschaftssekretär.

In Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt gibt es noch je zwei Häuser. Die Frankfurter Filiale an der Hauptwache gilt als Flagschiff und wurde im betriebsinternen Ranking als „Welthaus“ eingestuft. Da die Immobilie ebenfalls zum Sigma-Konzern von René Benko gehört, scheint eine Schließung recht unwahrscheinlich, obwohl das Haus, wie Gobrecht weiß, finanziell unter Druck ist. Denn das Welthaus mit seinem überwiegend hochpreisigen Sortiment richtet sich vor allem an betuchte Touristinnen und Touristen aus Übersee und die blieben zuletzt aus.

Oktober-Gehälter gezahlt

Neben den Welthäusern gibt es noch die Klassifizierung „Forum“ für überregionale Filialen wie in Kassel und „Markt“ für lokale Häuser wie in Viernheim. Die dortige Filiale ist Gobrecht zufolge ziemlich in die Jahre gekommen. Das muss aber nicht heißen, dass sie der nächsten Schließungswelle zum Opfer fällt. Denn ausschlaggebend ist vor allem die Wirtschaftlichkeit und da dürften etwa die Mietkosten in Viernheim deutlich geringer sein als auf der Zeil. Ob die ehemalige Karstadt-Filiale auf der Zeil nun womöglich schon vor Januar 2025 schließen muss, vermag Gobrecht nicht zu sagen. „Wir sind der Meinung, dass die Frankfurter City-Lage zwei Häuser trägt.“ Auch zum generellen Zeitplan ließe sich noch nicht viel sagen. Die Oktober- Gehälter der Galeria-Beschäftigten seien noch gezahlt worden, so Gobrecht. Für die kommenden drei Monate steht dann Insolvenzgeld zur Verfügung.

Gobrecht hofft, dass diese mutmaßliche Schließungswelle die letzte ist. Eigentlich waren nach den Sparmaßnahmen 2020 große Investitionen in die verbliebenen Häuser versprochen worden. Doch um 131 Häuser zukunftsfähig zu machen, fehle offenbar das Geld und auch die Zeit.

Auch interessant

Kommentare