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Furchtbares Kapitel

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Von: Pitt von Bebenburg

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Das reisende Denkmal der Grauen Busse auf dem Rathenauplatz in Frankfurt am Main erinnert an die Opfer der Aktion Euthanasie ? Aktion T4 der Nationalsozialisten, bei der aufgrund der Ideologie vom unwerten Leben viele Menschen ums Leben kamen.
Das reisende Denkmal der Grauen Busse auf dem Rathenauplatz in Frankfurt am Main erinnert an die Opfer der Aktion Euthanasie ? Aktion T4 der Nationalsozialisten, bei der aufgrund der Ideologie vom unwerten Leben viele Menschen ums Leben kamen. © Imago

Die tödlichen Medikamententests sind sieben Jahrzehnte her. Sie müssen endlich aufgearbeitet werden.

Es ist viel zu wenig bekannt, dass in Hessen in der Nazizeit 15.000 Menschen wegen einer Krankheit oder Behinderung ermordet wurden. Zum Glück gibt es die Gedenkstätte in Hadamar, die die Erinnerung an diese schrecklichen Taten wachhält.

Noch weniger bekannt allerdings ist, dass Euthanasie-Ärzte in der Bundesrepublik an leitender Stelle weiter arbeiten durften. Sie mussten sich dafür nicht von einer medizinisch verbrämten Ideologie der Unmenschlichkeit verabschieden.

Zu ihnen gehörte Werner Catel, der sich noch 1964 für die Tötung von „Vollidioten“ im Kindesalter aussprach, weil aus ihnen „trotz intensivster ärztlicher und pflegerischer Bemühungen nichts herausgeholt werden“ könne. Diesen Mann hatte das hessische Innenministerium 1947 an die Tuberkulose-Heilanstalt Mammolshöhe geholt.

Dort machte Catel kranke Kinder zu Versuchskaninchen. Mindestens vier starben daran. Dieses furchtbare Kapitel der Nachkriegszeit ist so unbekannt, dass selbst der Landeswohlfahrtsverband nichts davon weiß. Es ist Zeit, es aufzuarbeiten – sieben Jahrzehnte danach.

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