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Im Fuldaer Dom wurde der langjährige Bischof Heinz Josef Algermissen im September festlich verabschiedet.

Bistümer

Fuldas neuer Bischof vor großen Aufgaben

Hessens Katholiken stehen vor einem Jahr mit vielen Veränderungen.

In Fulda wird mit großer Spannung die Amtseinführung des neuen Bischofs erwartet. Im Bistum Limburg ist der „Neue“ schon fast der „Alte“: Bischof Georg Bätzing ist dort in seinem dritten Jahr im Amt. In der Diözese jährt sich 2019 die skandalbegleitete Abberufung seines Vorgängers Franz-Peter Tebartz-van Elst zum fünften Mal. Was die Bistümer in Hessen – dazu gehört auch das Bistum Mainz – verbindet: die weitere Umsetzung von strukturellen Veränderungen. Auch die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche dauert an.

BISTUM FULDA: Papst Franziskus ernannte am 13. Dezember Michael Gerber (48) zum neuen Oberhirten in der osthessischen Domstadt. Gerber, bislang Weihbischof im Erzbistum Freiburg, wird in Fulda der jüngste Bischof der katholischen Kirche in Deutschland. Er wird am 31. März in sein Amt eingeführt. Sein Vorgänger Heinz Josef Algermissen, der 17 Jahre an der Spitze des Bistums gestanden hatte, war im September in den Ruhestand verabschiedet worden. Weihbischof Karlheinz Diez hat  vorübergehend die Leitung des Bistums.

Gerber schrieb in einem Offenen Brief an die Gläubigen im Bistum Fulda, er freue sich sehr auf die Menschen dort: „Die kommenden Monate und Jahre werden von vielen Begegnungen mit Ihnen geprägt sein.“ Es wartet viel Arbeit auf den Bischof. Denn im Bistum laufen Umbau-Prozesse zur Neuorganisation. Sie sollen den Kirchenbezirk fit machen für das Jahr 2030. Dabei geht es angesichts des Rückgangs von Gläubigen zum Beispiel um Zusammenlegungen von Gemeinden und Verwaltungsstrukturen.

BISTUM MAINZ: In der Diözese wird ebenfalls an einer Strukturreform gearbeitet. Die Zahl der Pfarreien soll nach bisherigen Planungen bis 2030 mehr als halbiert werden: von derzeit 134 Pfarreien auf nur noch rund 60. Das hat Bischof Peter Kohlgraf im September angekündigt. Er sagte aber auch, er wolle über alles in den Gremien des Bistums diskutieren. Seine Vorstellungen seien „noch nicht in Stein gemeißelt“. Eine Koordinierungsstelle hat am 1. November ihre Arbeit aufgenommen. Bis Sommer 2021 soll ein Konzept erarbeitet werden. Kohlgraf sprach im September von einer „neuen Kultur des Miteinanders“ und zeigte sich offen, ob Laien an der Leitung von Gemeinden beteiligt werden.

BISTUM LIMBURG: Dort schreitet die Umstrukturierung ebenfalls voran. Die Kirchenentwicklung werde 2019 das große Thema sein, sagte Bischof Georg Bätzing. Es gehe um Fragen wie: „Für wen sind wir als Kirche da? Wie kommen wir in Kontakt mit Menschen, ihrer konkreten Lebenswelt? Wie können wir unsere Kräfte, Einrichtungen und Personal so ausrichten, dass es möglichst vielen zugute kommt?“

Für Bätzing ist klar: Ob Kirchenentwicklung gelingen könne, werde sich besonders daran erweisen, wie mit den Empfehlungen der Studie zum Missbrauchsskandal umgegangen werde. „Ich bin sehr dankbar, dass es im Bistum Limburg eine große Bereitschaft gibt, das kirchliche Handeln ernsthaft zu verändern“, sagte er. „Kinder und Jugendliche sollen in der Kirche uneingeschränkt einen Ort finden, an dem sie sicher und behütet heranwachsen.“

2019 jährt sich erneut die Abberufung von Franz-Peter Tebartz-van Elst. Er hatte in der Affäre um die Kostenexplosion beim neuen Bischofssitz und um seine Amtsführung im März 2014  seinen Posten räumen müssen.

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