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Polizei im Einsatz. (Symbolbild)

Ermittlungen eingestellt

Fulda: Keine Anklage nach tödlichen Polizei-Schüssen

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Ein Polizist schießt auf einen 19-jährigen Asylbewerber und tötet ihn. Die Staatsanwaltschaft geht nach Zeugen-Vernehmungen von Notwehr aus.

Die Ermittlungen gegen einen Polizeibeamten wegen der tödlichen Schüsse auf einen 19-jährigen Asylbewerber in Fulda im April vergangenen Jahres sind eingestellt worden. Dies teilte die Fuldaer Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. 

Nach eingehenden Ermittlungen ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft davon auszugehen, dass die Schüsse von dem Beschuldigten zur Abwehr einer bestehenden Gefahr für Leib und Leben abgegeben worden seien. Damit sei der Schusswaffeneinsatz sowohl durch das Hessische Sicherheits- und Ordnungsgesetz als auch durch die allgemeinen Notwehrbestimmungen gerechtfertigt gewesen.

Der Vorfall im Fuldaer Stadtteil Haimbach hatte seinerzeit bundesweit Schlagzeilen gemacht. Am 13. April 2018 war der 19-Jährige gegen 4.30 Uhr von vier Schüssen aus einer Polizeipistole getroffen worden und anschließend am Ort des Geschehens verstorben. 

Ermittler: Hohe Schusszahl deutet auf begründete Angst

Die Staatsanwaltschaft geht nach der Vernehmung von Zeugen, Tatablaufrekonstruktionen und nach Einholung von Gutachten davon aus, dass der Getötete zuvor vor einer Bäckerei randaliert und dabei einen Lieferanten und einen eintreffenden Polizisten mit einem faustgroßen Stein angegriffen und verletzt hatte. Dem angegriffenen Polizisten soll er anschließend einen Teleskopschlagstock entwendet haben. Mit diesem habe er auch den Beamten angegriffen, der die tödlichen Schüsse abgab. 

Insgesamt seien von dem beschuldigten Polizisten elf Schüsse abgefeuert worden, führt die Staatsanwaltschaft weiter aus. Davon seien zwei tödlich gewesen. Die hohe Anzahl der in schneller Folge abgegebenen Schüsse deutet für die Ermittlungsbehörde darauf hin, dass der Beamte „in begründeter Angst und höchster Bedrängnis“ geschossen habe.

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