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Mit Vorsicht zu behandeln: Umgang mit einem in Formaldehyd eingelegten menschlichen Gehirn im Max-Planck-Institut.
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Mit Vorsicht zu behandeln: Umgang mit einem in Formaldehyd eingelegten menschlichen Gehirn im Max-Planck-Institut.

Wissenschaftsstandort Rhein-Main

Der frohlockende Hirnforscher

Doppel-Direktor Wolf Singer will mit seinem neuen Forschungsinstitut eine große Lücke in der Ergründung des menschlichen Hirns schließen. Von Matthias Arning

Von MATTHIAS ARNING

Wieder Singer. Eigentlich wie immer, wenn es um Hirnforschung geht. Sobald man darauf zu sprechen kommt, wie schnell die Transportsubstanzen die Synapsen erreichen oder wie frei der Mensch eigentlich wirklich sein kann, sofort ist die Rede von Wolf Singer, Frankfurts vielleicht bekanntestem Forscher der Gegenwart. Ohne Singer, daraus machen die Zwillingsbrüder Andreas und Thomas Strüngmann dann auch keinen Hehl, ohne den Direktor des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung wären die beiden Unternehmer aus dem Bayerischen auch nicht auf die Idee gekommen, in Frankfurt am Main ein neues Institut für Hirnforschung zu schaffen.

Die Idee für ein solches Vorhaben, erzählt Andreas Strüngmann am Donnerstag, sei bereits drei Jahre alt. Damals, als er den gemeinsam mit seinem Bruder geschaffenen Generika-Hersteller Hexal verkaufte, habe man die ersten Gespräche mit Singer geführt. Eine gedeihliche Zusammenarbeit, denn die Strüngmanns gründeten im vorigen Jahr das Ernst-Strüngmann-Forum, eine dem interdisziplinär arbeitenden Frankfurt Institute for Advanced Studies angegliederte Diskussionsreihe. An der Spitze des Institutes, eben: Wolf Singer.

Riesige Forschungsräume

Das Warten lohnte. Zumindest stellt sich die Lage am Wissenschaftsstandort Frankfurt für den Hirnforscher am Donnerstag so dar. Auf dem Niederräder Campus werde das neue Institut, wie schon das Forum ebenfalls nach dem Vater der Strüngmanns benannt, in die jetzigen Räume seines Max-Planck-Instituts einziehen, wenn Singers staatlich geförderte Hirnforscher auf dem neuen Campus ihr Domizil eingerichtet haben.

Wenn es dann losgeht, sollen den Vorstellungen des Gründungsdirektors zufolge die privat finanzierten Wissenschaftler ihre Lücke finden. Zwischen der eher zellphysiologisch orientierten Forschungsrichtung, die Singer als einen bereits existenten Schwerpunkt markiert, und der Forschung, die mit Hilfe bildgebender Verfahren darzustellen versuche, was eigentlich wo passiert, im Hirn, von dem noch so vieles zu ergründen sei. Zwischen den beiden Linien gegenwärtiger Forschung gebe es "eine riesige Lücke", die überwunden werden müsse, "wenn wir zu einer umfassenden Erklärung gelangen wollen".

Wissenschaftler gesucht

Für Singer und die Gebrüder Strüngmanns sind Fortschritte in diesem Bereich aller Mühen wert. Und so müsse man sich gelegentlich auch vorwagen, befindet Singer. Schließlich wolle man "modellhafte Rahmenbedingungen schaffen". Was das genau sein soll, erklärt Peter Gruss. Er ist der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, der sich von dem Strüngmannschen Public-Private-Partnership Rückwirkungen auf die staatlichen Forschungseinrichtungen verspricht. Etwa im Zusammenhang mit der Frage, was "eine marktgerechte Entlohnung" der Forscher sei. Zunächst aber suche man jetzt Wissenschaftler, setzt Gründungsdirektor Singer hinzu.

An der finanziellen Ausstattung der Forschungseinrichtung soll das nicht scheitern. 200 Millionen Euro stellen die Strüngmanns als Grundkapital für eine Stiftung zur Verfügung, macht etwa zehn Millionen Euro für die jährlichen Kosten, Drittmittel noch nicht mitgerechnet. Um den wissenschaftlichen Standard zu erfüllen, suchten die Gründer die Nähe zu Max Planck: an den Exzellenzkriterien dieser Gesellschaft wolle man sich orientieren. In der hiesigen Forschungslandschaft, davon ist Singer überzeugt, werde die neue Einrichtung in Kooperation zu dem anderen von ihm gelenkten Institut sicherlich "ein wichtiger Mosaikstein sein".

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