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Die Schüler wollen nicht nur freitags demonstrieren, sondern auch mit den Politikern reden.

Klima

Fridays for Future Hessen kritisiert Landespolitik

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Die Aktivisten von Fridays for Future haben sich mit Politikern der Landesregierung zu einem runden Tisch getroffen. Die Jugendlichen nervt eine Politik der kleinen Schritte. Bei der Klimaneutralität brauche es ein großes Ziel.

Bereits zum zweiten Mal haben sich Vertreter von Fridays for Future Hessen und Politiker des Landtags getroffen, um über Themen, die die Schüler bei ihren wöchentlichen Demonstrationen fordern, zu sprechen. Am Samstag diskutierten vier Schülerinnen und Schüler im Naturkundemuseum Senckenberg mit Politikern von CDU und den Grünen.

„Wir möchten nicht nur demonstrieren, sondern auch Gespräche mit der Politik führen“, sagte Maike Weber von Fridays for Future Hessen. Sie wollen den Politikern im Austausch ihre Ideen vermitteln, damit diese sie in ihre Parteien tragen. „Und sich dort etwas verändert“, sagte Weber. Neben ihr nahmen auch Jascha Möhler, Matthias Schneider und Dominika Filipczak an dem runden Tisch mit den Politikern teil. Von den Grünen waren Martina Feldmayer und Kaya Kinkel vertreten. Die CDU schickte Michael Ruhl und Thomas Hering.

Thematisch ging es beim zweiten runden Tisch diesmal um die Nettonull bis 2035. Die Schülerinnen und Schüler fordern von der Bundesregierung und den Ländern eine Reduzierung der Nettotreibhausgasemissionen auf null – und zwar bis 2035. Die Politiker würden aber stets die Jahreszahl 2050 anführen.

Mit Respekt gegenübergetreten

„Die Politiker sind uns mit Respekt gegenübergetreten“, lobte Matthias Schneider nach dem mehrstündigen Gespräch. Er bescheinigte den vier Vertreter der Regierungsparteien auch, dass sie die Forderung durchaus akzeptierten. „Nur der Wille zur Umsetzung ist noch nicht da.“ So hätten die Politiker viele Bedenken vorgebracht. Wie sei das Ganze im Zusammenspiel mit der Bevölkerung zu machen? Auch gab es Bedenken, was die Wirtschaftlichkeit und die technischen Umsetzungen angehe. „Sie haben sich im Grunde sehr dagegen gewehrt und wollten sich nicht festlegen – schon gar nicht auf ein Ziel 2035“, sagte Matthias Schneider.

Die Dringlichkeit der Forderungen der Bewegung sei in der Politik noch nicht angekommen. „Es ist eine Politik der kleinen Schritte. Aber man braucht ein großes Ziel“, sagte Maike Weber.

Kaya Kinkel, energiepolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, sagte: „Noch wichtiger als das Enddatum für die Klimaneutralität erscheint uns aktuell, dass es endlich vorangeht mit dem Klimaschutz und der Energiewende.“ Der Ausbau erneuerbarer Energien werde auf Bundesebene noch ausgebremst.

Die Jugendlichen von Fridays for Future wollen am Konzept des runden Tischs festhalten und das Format als regelmäßiges Treffen etablieren. Ein weiteres Gespräch soll noch in diesem Jahr stattfinden, dann zu einer anderen Forderung der deutschen Protestbewegung.

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