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Der Singliser See ist zu verkaufen.

Uniper

Freizeitsee in Nordhessen sucht neuen Besitzer

In Nordhessen steht eine ungewöhnliche Immobilie zum Verkauf: Ein beliebter Freizeitsee soll für 4,5 Millionen Euro den Besitzer wechseln.

Für 4,5 Millionen Euro steht in Nordhessen ein Gelände mit einem beliebten Freizeitsee zum Verkauf. So ungewöhnlich wie die Immobilie ist auch der Besitzer. Dem Energieversorger Uniper gehört das Gelände aus den Tagen des Braunkohleabbaus. Nun will Uniper das Areal loswerden. Man sei kein Entwickler von touristischen Flächen, sagte ein Unternehmenssprecher: "Daher suchen wir derzeit im Schulterschluss mit dem Bürgermeister und der Stadt Borken nach einem Käufer und Investor für die Fläche in Borken."

Uniper ist Rechtsnachfolger der Preussen Elektra, die bis in die 90er-Jahre in Borken Braunkohle abbaute. Der Singliser See ist eine Vertiefung, die durch den Kohleabbau entstand. Es handelt sich um ein sogenanntes Tagebaurestloch, das mit Wasser voll gelaufen ist. Der See mit dem leuchtend blauen Wasser hat mit Ufer eine Fläche von 93 Hektar, das entspricht 130 Fußballfeldern. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel, Paradies für Surfer, Badegäste und Taucher.

Die Kleinstadt Borken (Schwalm-Eder-Kreis) hatte bisher die Nutzungsrechte von Uniper. Sie will den See für die Öffentlichkeit erhalten. "Unser Interesse ist neben dem Badebetrieb eine sanfte touristische Entwicklung", erklärte Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm (Freie Wähler). Die Natur solle dabei nicht zurückgedrängt werden, denn Bereiche im Norden des See sind Schutzgebiet.

Kaufen kann die Stadt den See alleine nicht. "Es geht nicht nur ums Geld, sondern auch um die rechtlichen Möglichkeit", sagt Pritsch-Rehm. Borken ist in der vorläufigen Haushaltsführung - Kommunen ohne verabschiedeten und genehmigten Haushalt sind finanziell enge Grenzen gesetzt.

Die Stadt hofft deshalb, dass Uniper den See aus einem Gesamtpaket herauslöst: Der Verkaufspreis von 4,5 Millionen Euro bezieht sich auf ein viel größeres Gebiet, zu dem auch Wald- und Ackerflächen gehören. Der Energieversorger betont seine Kooperationsbereitschaft: "Mit der Stadt Borken sind wir bereits seit einiger Zeit in ständigem Austausch über eine für alle Seiten akzeptable Lösung." Dabei stehe nicht infrage, dass der Singliser See auch in Zukunft öffentlich genutzt werden könne und solle. (dpa)

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