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Darstellung von Frauenlob in einer Lithografie von Johann Nicolas Peroux.

Mainzer Minnesang

Der die Frauen lobte

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Er besang die Jungfrau Maria und war seinerzeit ein Star: Heinrich von Meißen, genannt Frauenlob, widmet das Dommuseum eine Ausstellung zum 700. Todestag.

Sein Name ziert Straßenschilder, Plätze und – ausgerechnet – Produkte wie Bohnerwachs, Waschextrakt oder Einmachgläser: Frauenlob. Wer sich aber hinter diesem Namen verbirgt, wissen viele nicht. Dabei war Heinrich von Meißen (um 1250 bis 1318) neben Walther von der Vogelweide oder Oswald von Wolkenstein einer der einflussreichsten Dichter des Mittelalters und mit seinen Werken stilbildend für Musik und Poesie im deutschen Sprachraum.

Frauenlob kam viel herum, sein Künstlername leitet sich vermutlich ab von seinem größten Werk, dem 20 Strophen umfassenden Minnelied „Marienleich“ über die Jungfrau Maria. Zuletzt war er am Hof von Erzbischof Peter von Aspelt in Mainz tätig, im Kreuzgang des Mainzer Doms ist er begraben. Zu seinem 700. Todestag widmet ihm das Dom- und Diözesanmuseum eine Kabinettausstellung, die speziell auch Frauenlobs Bedeutung für die Stadt Mainz verdeutlichen solle, betont Museumsdirektor Winfried Wilhelmy bei einer Presseführung durch die Schau. Allein die Tatsache, dass er als Laie im Dom bestattet wurde, spreche für das hohe Ansehen des Minnesängers. Seine Grabstätte wurde im Laufe der Jahrhunderte mit diversen Grabdenkmälern ausgestattet.

Neben diesen Grabdenkmälern steht vor allem seine „Verklärung“ im 19. Jahrhundert im Zentrum der Ausstellung. In Mainz sei Frauenlob damals ebenso prominent gewesen wie Johannes Gutenberg, sagt Wilhelmy. Die Besucher können durch eine eigens gestaltete „Frauenlob-Straße“ wandeln, die mit zahlreichen Gemälden, Graphiken und Skulpturen rund um den Dichter gesäumt ist. Thematisiert wird außerdem auch die Trivialisierung des großen Meistersingers in Werbung und Marketing, die den programmatischen Namen nutzten und auf Reinigungs- und Haushaltsmittel bannten.

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