Fraport erwirbt mehrere Landgüter zum Aufforsten

Unternehmen präsentiert Ausgleichsflächen für den Flughafenausbau / 130 000 Bäume und 10 000 Büsche bei Rüsselsheim gepflanztAls Ausgleich für die 300 Hektar Wald, die für die Nordwest-Bahn am Flughafen gerodet werden sollen, muss Flughafenbetreiber Fraport an zwölf Standorten im Rhein-Main-Gebiet als Ersatz 306 Hektar Ackerland aufforsten. Flächen seien vorhanden.

Frankfurt · "Das Angebot ist größer als das, was wir zum Ausgleich wieder aufforsten müssen", sagte der stellvertretende Flughafen-Chef Manfred Schölch am Dienstag während der Besichtigung bereits angelegter Forste bei Rüsselsheim und Trebur.

So hat Fraport auf dem Hofgut Schönau südlich von Rüsselsheim seit Dezember vergangenen Jahres über 130 000 Bäume und rund 10 000 Büsche gepflanzt. Bei den Bäumen überwiegen Stieleichen, die Büsche reichen von Ahorn über Hartriegel bis zum Weißdorn. Fraport-Förster Thomas Müntze betonte, alle Setzlinge stammten aus Saatgut der Region und seien in einer örtlichen Baumschule kultiviert worden. Im Frühjahr werde ein Tümpel angelegt, der als Laichgewässer für Libellen und Amphibien dienen soll. Auf dem Hofgut Schönau soll der Flächenverlust für den Bau der A 380-Wartungshalle am Flughafen ausgeglichen werden. Für den Hangar waren bis Oktober knapp 21 Hektar Wald gerodet worden.

Als "vollauf gelungene Ausgleichmaßnahme" bezeichnete der für den Ausbau zuständige Fraport-Vorstand Schölch das 1991 begonnene und in diesem Jahr beendete Projekt "Auenwald Hohenaue". Auf 96 Hektar wurden früher Weizen und Rüben angebaut. Eine Schautafel informiert Besucher, dass dort wieder ein Auenwald entstehe, wie er vor Jahrhunderten überall entlang des Rheins üblich war, aber zunehmend der Flussbegradigung und intensiver Landwirtschaft weichen musste. Der Auenwald in der Gemarkung Trebur ist eine Kompensationsmaßnahme für diverse Eingriffe am Flughafen, in erster Linie für die CargoCity-Süd.

Wenige Kilometer nördlich der Hohenaue hat Fraport vor geraumer Zeit bereits im Vorgriff auf erforderliche Ersatzaufforstungen für die geplante Nordwest-Landebahn das Hofgut Langenau erworben.

Land will Staatsdomäne verkaufen

Nach Intervention der Stadt Ginsheim-Gustavsburg (Kreis Groß-Gerau) darf Fraport aber nur 35 der insgesamt 50 Hektar bislang landwirtschaftlich genutzter Fläche aufforsten. 15 Hektar sollen als Streuobstwiesen dienen. Insgesamt muss Fraport für den Ausbau auf Anweisung des Regierungspräsidenten (RP) 306 Hektar Wald aufforsten. Flächen hat der Flughafenbetreiber an zwölf Standorten ausgemacht. Neben dem Hofgut Langenau zählen dazu 40 Hektar in Riedstadt, 30 in Bischofsheim an der A 60, 18 in Frankfurt Nieder-Erlenbach, zwölf bei Kelsterbach und zehn in Dudenhofen. Alle liegen zwischen Hanau und Wiesbaden, Friedberg und Darmstadt. Dieser Bereich war in Abstimmung zwischen Fraport und dem RP als "Betroffenen-Gebiet" definiert worden. Entscheidend dabei war der Fluglärm.

Außerhalb des Bereichs liegt allerdings das mit 66 Hektar größte Kompensationsgebiet, die Dömäne Hunsrück bei Steinau an der Straße. Das Gut gehört dem Land, das es gerne verkaufen möchte und die 66 Hektar per Ausnahmegenehmigung als Flughafen-Ausgleichsmaßnahme akzeptieren würde. Die Aufforstung eines Hektars Ackerland kostet zwischen 20 000 und 30 000 Euro. Für den Kauf muss Fraport zwischen einem und zehn Euro pro Quadratmeter zahlen. Die Flächen sind teurer, je näher sie an Frankfurt liegen. Wolfgang Schubert

Dossier: Wächst der Flughafen weiter?

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