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Frankfurt: Corona-Inzidenz nun über 1200 – Hessen von Hotspots durchzogen

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Von: Peter Hanack, Sandra Busch, Jens Joachim

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Wartende stehen mit Abstand zueinander in einer Warteschlange vor einem Gebäude, auf dem in großen Lettern steht: „Schnelltest Frankfurt Corona“
Die Infektionszahlen steigen weiter in Frankfurt – und im Rest von Hessen. © Monika Müller

Die Stadt Frankfurt spricht eine 3G-Empfehlung für Ämterbesuche aus, in Kitas und Schulen steigen die Corona-Infektionszahlen.

Frankfurt – Die Corona-Inzidenz ist in Hessen auch am Dienstag (18.01.2022) weiter gestiegen. Die Stadt Frankfurt war dabei mit einer Inzidenz von 1220 Spitzenreiterin. Die Stadt bittet wegen der hohen Infektionszahlen Besucher:innen von Ämtern und Behörden zum Schutz der Mitarbeitenden geimpft, genesen oder getestet zu kommen. „Wer am Schalter sitzt, kann nicht ins Homeoffice“, sagte Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne). Wer sich von den Besucher:innen an die 3G-Empfehlung halte, „zeigt, dass ihr oder ihm das nicht egal ist. Nur wenn wir aufeinander aufpassen, kommen wir gut durch die Pandemie“.

Immer mehr Kita- und Krabbelgruppen müssen in Frankfurt gemäß Verordnung wegen Einzelfällen schon schließen. In einem Drittel der evangelischen Tageseinrichtungen für Kinder des Diakonischen Werks seien Stand Montag einzelne Gruppen geschlossen gewesen, teilte die Diakonie mit.

Corona-Pandemie in Frankfurt: Schulen haben noch immer keine Luftfilter

Auch an den Frankfurter Schulen häufen sich die Infektionsfälle, in einzelnen Klassen wird der Präsenzunterricht ausgesetzt. Das Goethe-Gymnasium verzeichnete eine Inzidenz von knapp 2000, wobei deutlich mehr jüngere ungeimpfte Kinder infiziert seien, teilte die Schulleitung mit. An der Erich-Kästner-Grundschule fiel der Schnelltest am Montag bei 30 Jungen und Mädchen positiv aus, ein steiler Rekord. „Wenn das so weitergeht, sind in drei bis vier Wochen alle durch“, sagt Schulleiter Benedikt Gehrling.

Mit Konzepten dagegen kann Sebastian Guttmann nicht aufwarten. Gerade deswegen fordert der Personalrat der Lehrkräfte im Staatlichen Schulamt eine Strategierunde im Kultusministerium, besetzt mit Akteur:innen aller Ebenen. Und er kritisiert vehement, dass es nach wie vor in den meisten Klassen keine Luftfilter gebe. „Wir sehen ja jetzt in manchen Klassen Infektionscluster.“

Elisabeth Kula, bildungspolitische Sprecherin der Linke-Landtagsfraktion, beklagt, dass „noch immer keine greifbaren und längerfristigen Konzepte aus dem Kultusministerium heraus“ entstanden seien. Es sei vorhersehbar gewesen, dass Kitas und Schulen massiv von der Omikron-Welle betroffen sein würden.

Corona: Nicht nur Frankfurt schwer von Infektionen betroffen

Am Montag (17.01.2022) hatte das Kultusministerium gemeldet, dass die Zahl der positiv getesteten Lehrkräfte sowie Schüler:innen im Vergleich zur Zeit nach den Sommerferien auf das Dreifache gestiegen sei. Mehr als 4500 Schüler:innen seien aktuell in Quarantäne. Ein neuer und detaillierter Stufenplan müsse erarbeitet werden, ebenso eine Notfallplanung, wenn Wechsel- oder Distanzunterricht drohten, so Kula.

In Darmstadt, wo die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag (18.01.2022) mit 863,2 Fällen einen neuen Höchststand erreichte, hat sich Bürgermeisterin Barbara Akdeniz (Grüne) mit dem Coronavirus infiziert. Ein PCR-Test sei am Freitag positiv gewesen, teilte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) nach der jüngsten Sitzung des Krisenstabs der Stadt mit. Partsch kündigte zugleich an, dass aufgrund vieler Krankheitsfälle im öffentlichen Personennahverkehr einzelne Fahrten ausfallen würden.

Corona in Hessen: Bereits 18 von 21 Landkreisen sind Hotspots

Die Zahl der in Hessen gemeldeten Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner:innen binnen sieben Tagen erreichte nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 676,7 nach 626,7 am Vortag. Die für die Pandemieeinschätzung wichtige Hospitalisierungsinzidenz stieg nach Angaben des Sozialministeriums am Dienstag auf 3,16 nach 2,64 am Vortag; vor einer Woche hatte die Zahl bei 3,18 gelegen. Die Lage auf den Intensivstationen ist einigermaßen stabil.

Am Dienstag wurden auf den Intensivstationen hessischer Krankenhäuser laut Deutscher Interdisziplinärer Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) 204 erwachsene Patient:innen mit einer bestätigten Covid-19-Infektion behandelt. 114 von ihnen mussten beatmet werden. Zeitgleich galten 18 von 21 Landkreisen sowie alle fünf kreisfreien Städte als Hotspots. Wo die Inzidenz mehrere Tage in Folge über 350 liegt, gelten strengere Regeln. (Sandra Busch, Jens Joachim, Peter Hanack mit dpa)

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