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Alle S-Bahnen im RMV tragen jetzt das WLAN-Symbol.

Verkehr

Frankfurt: Mit Wlan im Funkloch in Rhein-Main

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Der Empfang in S-Bahnen ist lückenhaft. Der Frankfurter und Offenbacher Tunnel und die Schienenwege werden in den nächsten Jahren nachgerüstet.

Einsteigen, Smartphone zücken – und grenzenlos im Internet surfen: Seit Anfang Oktober sind alle S-Bahnen im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) mit kostenlosem WLAN ausgestattet. Doch im Frankfurter oder Offenbacher Tunnel kann das Gespräch erfahrungsgemäß abreißen, ist das Internet plötzlich tot.

Je nach Abschnitt sei dort die Datenübertragungsrate unterschiedlich, räumt das hessische Wirtschaftsministerium ein. Die Deutsche Bahn (DB) sei dabei, die Situation mit „ergänzenden infrastrukturellen Maßnahmen“ zu verbessern. Das Verfahren sei komplex und langwierig. Im Frankfurter Tunnel werde der Teilabschnitt Taunusanlage in diesem Jahr 2020 abgeschlossen. „Für Frankfurt-Ost und Offenbach laufen die Planungen und Abstimmungen“, heißt es in einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der FDP-Fraktion.

Oberirdisch sei die Versorgung laut DB „überwiegend und bis auf vereinzelte Lücken gut bis sehr gut“. Wo kein Empfang ist, müssten die Versorger zusätzliche Mobilfunkstationen errichten. Die Landesregierung und der Bund hätten dafür die Voraussetzungen geschaffen, so das Ministerium weiter. So hätten sich die drei größten Versorger im Mobilfunkpakt aus dem Jahr 2018 verpflichtet, die Versorgung der Verkehrswege spürbar voranzubringen. Bis Ende 2022 sollen den Angaben zufolge die wichtigsten Bundesstraßen und Schienenwege mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde ausgestattet sein. Die übrigen Schienenwege mit mindestens 50 Megabit bis Ende 2024. Wie das Ministerium ergänzend mitteilt, lag die aktuelle LTE-Mobilfunkversorgung in Hessen im Oktober bei einer Flächenabdeckung von 95,3 Prozent. Die Verfügbarkeit für Bahnstrecken habe 99,3 Prozent betragen, die Versorgung der ICE-Strecken 98,4 Prozent.

Der Digitalisierungssprecher der FDP, Oliver Stirböck, wirft Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) vor, sich mit fremden Federn zu schmücken. Die Aufrüstung der S-Bahnen habe das Land keinen Cent gekostet. Zudem gehe die WLAN-Ausstattung des Regionalverkehrs nur schleppend voran. „Dabei ist ein überall verfügbares, leistungsfähiges Internet Grundvoraussetzung dafür, um Züge wirklich zu mobilen Büros zu machen“, so Stirböck.

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