Branchenverbände, Gewerkschaften und Hochschulen in Frankfurt und der Region drängen Landräte und Bürgermeister, endlich mehr Flächen für Wohnungsbau und Gewerbe auszuweisen.
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Branchenverbände, Gewerkschaften und Hochschulen in Frankfurt und der Region drängen Landräte und Bürgermeister, endlich mehr Flächen für Wohnungsbau und Gewerbe auszuweisen.

Wohnungsbau

Frankfurt: Wirtschaft fordert mehr Wohnbauland

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Branchenverbände, Gewerkschaften und Hochschulen in Frankfurt und der Region drängen Landräte und Bürgermeister, endlich mehr Flächen für Wohnungsbau und Gewerbe auszuweisen.

In einer gemeinsamen Resolution fordern mehr als 20 Organisationen, Verbände und Interessenvertretungen aus der Region Frankfurt/Rhein-Main die Landräte, Bürgermeister und Vertretungskörperschaften auf, sich stärker für die Ausweisung von Bauland und die Schaffung von mehr Baurecht in ihrem Gebiet einzusetzen. Die Region bleibe nur zukunftsfähig, wenn mehr Wohnungen entstehen könnten, aber auch mehr Flächen für Gewerbe, Industrie und Verkehrswege bereitgestellt würden, heißt es in dem Appell. Die Unternehmen seien schließlich auf die Verfügbarkeit von Flächen und den Zuzug von Fachkräften angewiesen; die hier lebenden und die zuziehenden Fachkräfte benötigten bezahlbaren Wohnraum.

Mit Sorge betrachte man daher die in einigen Kommunen wahrzunehmende Haltung, der Verantwortung einer weiteren Baulandausweisung auszuweichen, heißt es in der Resolution. Die Unterzeichner bieten den kommunalen Amtsträgern an, sie bei dieser Aufgabe auch in der öffentlichen Diskussion zu unterstützen. Zu ihnen gehören Vertreter von Branchenverbänden, des DGB und der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, von der Uni Frankfurt, University of Applied Sciences sowie der Industrie- und Handelskammer Frankfurt (IHK).

IHK-Präsident Ulrich Caspar sagt, die Schaffung von Wohnraum und die Ausweisung von Bauland müssten regionsweit gemeinsam vorangetrieben werden, wenn Frankfurt/Rhein-Main ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort bleiben wolle. Der Frankfurter DGB-Chef Philipp Jacks fordert, dass vor allem bezahlbarer Wohnraum entstehen solle. Bei Bauprojekten dürfe es nicht nur um das schnelle Geld von Investoren gehen.

Studierende müssen pendeln

Die Präsidentin der Frankfurter Goethe-Uni, Birgitta Wolff, weist darauf hin, dass Frankfurt und Region jetzt schon beim Angebot studentischen Wohnraums hinterherhinkten. Sie wirbt auch für Nachverdichtungen. „Unsere Studierenden können sich in Frankfurt die hohen Mieten praktisch nicht mehr leisten“, sagt Frank Dievernich, Präsident der University of Applied Sciences. Pendeln bedeute jedoch einen erhöhten, wenig nachhaltigen Ressourcenverbrauch an Zeit, Energie und Verkehrsflächen.

Die CDU im Römer nimmt die Baulandresolution zum Anlass, Planungsdezernent Mike Josef (SPD) zu kritisieren. Frankfurt brauche ein maßvolles Wachstum der Stadtteile durch neue Baugebiete, sagt der wohnungspolitische Sprecher der Fraktion, Albrecht Kochsiek. „Aber das Planungsdezernat liefert nicht.“

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