dpa_20090101_200809-90-0195
+
Die Feuerwehr im Einsatz.

Feuerwehr

Waldbrand am Flughafen

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
    schließen

Nach einer Detonation gibt es Probleme mit den Nachlöscharbeiten. Der Wind facht die Glutnester wieder an.

Ein Großbrand in der Nähe des Frankfurter Flughafens hält die Feuerwehr seit Sonntagnachmittag auf Trab. Die Löscharbeiten wurden und werden erschwert, weil der Kampfmittelräumdienst ein 20 Hektar großes Gebiet zur Gefahrenzone erklärt hat, nachdem dort ein Blindgänger explodiert war. Der Brand galt zwischenzeitlich schon als gelöscht. „Der Wind facht Glutnester immer wieder an“, sagte der Stellvertretende Stadtbrandinspektor der Feuerwehr Mörfelden-Walldorf, Theo Herrmann, auf FR-Anfrage. Das Feuer sei aber unter Kontrolle.

Der Tower des Frankfurter Flughafens hatte den Brand am Sonntag gegen 16.15 Uhr gemeldet. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr lokalisierten einen Waldbrand mit einer Ausdehnung von etwa 100 Quadratmetern. Nach Polizeiangaben breitete sich das Feuer zunächst Richtung Flughafen aus und umfasste schließlich etwa 2,5 Hektar. Zur Bekämpfung des Waldbrands rückten 250 Einsatzkräfte der Feuerwehren Mörfelden-Walldorf, der Landkreise Offenbach, Groß-Gerau, Darmstadt-Dieburg, der Feuerwehr Frankfurt und der Werksfeuerwehr des Flughafens mit insgesamt 60 Fahrzeugen aus. Auch die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und kümmerte sich um die Räumung der Gefahrenzone. Ein Campingplatz, ein Kleingartengelände und ein Spielplatz wurden geräumt oder für die Öffentlichkeit gesperrt. Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, einige verließen vorsorglich ihre Häuser. Auch einige Zufahrtsstraßen wurden gesperrt.

Glutnester und Detonation

Bis in die Nacht löschte die Feuerwehr einzelne Glutnester. Dann sorgte eine Detonation für Unruhe. Experten des Kampfmittelräumdienstes beim Regierungspräsidium Darmstadt rückten aus. Bei der Explosion habe es sich sehr wahrscheinlich um Kampfmunition aus dem Zweiten Weltkrieg gehandelt, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Südhessen. Für eine Fliegerbombe sei die Explosion aber nicht heftig genug gewesen, möglich seien Munitionsteile als Ursache für die Explosion. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand.

Der Kampfmittelräumdienst sperrte am Montagmorgen ein Gebiet von 20 Hektar ab, das zunächst nicht mal die Feuerwehr für Nachlöscharbeiten betreten durfte. „Wir können derzeit nur die Ränder des Brandes und den Unterboden nass machen“, erklärte Feuerwehrmann Herrmann am Montagnachmittag und fügte hinzu, gerade habe die Besatzung eines Hubschraubers einen neuen Brand aus dem abgesperrten Gebiet gemeldet.

Zur Brandursache konnten Feuerwehr und Polizei keine Angaben machen. „Der Wald ist brottrocken, da reicht ein Funke oder eine Glasscherbe“, so Herrmann. Für die Feuerwehr Mörfelden-Walldorf war es in diesem Jahr der erste größere Waldbrand. Die kleine Wehr ist auf dem Gebiet der Doppelstadt für eine Fläche von 44 Quadratkilometern verantwortlich, 26 davon sind Wald.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare