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Szene aus „Lovetrain2020“, einem zweiten Stück des Choreografen Emanuel Gat.
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Szene aus „Lovetrain2020“, einem zweiten Stück des Choreografen Emanuel Gat.

Kultur in Rhein-Main

Frankfurt und Rhein-Main: Tanzen in Zeiten der Pandemie

  • Anja Laud
    VonAnja Laud
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Das Tanzfestival Rhein-Main erlebt unter dem Titel „Image“ eine Neuauflage. Die Eröffnung ist für den 28. Oktober im Frankfurt LAB geplant.

Das Tanzfestival Rhein-Main endete im vergangenen Jahr so schnell, wie es begonnen hatte. Zwei Tage nach der Eröffnung musste es Anfang November wegen der Corona-Pandemie schließen. Für Kuratorin Anna Wagner vom Frankfurter Mousonturm und ihren Kollegen Bruno Heynderickx vom Hessischen Staatsballett war das eine traumatische Erfahrung, wie sie sagen. Und trotzdem wird es vom 28. Oktober bis 14. November unter dem Titel „Imagine“ eine Neuauflage des Festivals geben.

„Wir wagten uns kaum vorzustellen, dass dieses Jahr ein Festival möglich sein könnte“, erzählt Anna Wagner. Und dann taten sie es doch und fanden zugleich mit „Imagine“ (Engl.: „Stell dir vor“) ihr Festspielmotto. Insgesamt 18 Produktionen, darunter fünf Uraufführungen, werden während des sechsten Tanzfestivals Rhein-Main in Frankfurt, Darmstadt, Offenbach und Wiesbaden zu sehen sein. Alle bis auf eine Ausnahme als Liveveranstaltungen auf den Bühnen der Festspielhäuser. Hinzu kommen Gesprächsreihen, in denen Zuschauer:innen mit Choreograph:innen und Tänzer:innen ins Gespräch kommen, und Workshops, in denen Laiinnen und Laien Einführungen in Tänze und die Arbeitsweise von Kompanien erhalten.

Der diesjährige Spotlight-Künstler des Festivals ist Emanuel Gat, der mit drei künstlerischen Arbeiten im Mittelpunkt des Tanzfestivals steht. Als der israelische Choreograph im Januar in Metz in einem Tanzstudio nach langer Zeit mit seinen Tänzer:innen wieder zusammenkam, wusste niemand, wie es in der Pandemie weitergeht. Gleichwohl machte sich Gat daran, eine Idee zu verwirklichen, die er, wie er bei der Vorstellung des Programms im Mousonturm in Frankfurt erzählte, schon lange mit sich herumgetragen hatte.

Das Festival

Das Tanzfestival Rhein-Main 2021 wird vom 28. Oktober bis 14. November in Frankfurt, Darmstadt, Offenbach und Wiesbaden abgehalten.

Eröffnet wird es am Donnerstag, 28. Oktober um 19.30 Uhr im Frankfurt Lab mit „Act II & III or The Unexpected Return of Heaven and Earth“ des israelischen Choreografen Emanuel Gat.

Karten gibt es über die Ticketlinks auf der Webseite des Tanzfestivals. lad

www.tanzfestivalrheinmain.de

Innerhalb von zehn Tagen entwickelte er aus der Verfilmung von Puccinis „Tosca“ mit Maria Callas aus dem Jahr 1965, speziell aus dem zweiten und dritten Akt, ein Stück, dessen Choreographie die vielfältigen musikalischen Schichten der Oper aufdeckt und existenzielle Themen wie Liebe, Eifersucht, Tod und Verrat behandelt. „Act II & III or The Unexpected Return of Heaven and Earth“ wird am Donnerstag, 28. Oktober, im Frankfurt LAB in deutscher Erstaufführung das Festival eröffnen.

Auch die in Frankfurt lebende Choreographin, Tänzerin und Tanzpädagogin Raimonda Gudaviciute, Mutter zweier Kinder, hat in der Pandemie Chancen genutzt. In „M(other)“, das am Freitag, 29. Oktober, im Mousonturm Uraufführung feiert, tanzt sie gemeinsam mit ihrem achtjährigen Sohn Elias. Im Shutdown, als er nicht in die Schule gehen und keinen Kontakt zu Spielkamerad:innen haben durfte, lud sie ihn ein, mit ihr zu tanzen. „Er hat dadurch verstanden, was ich beruflich mache. Ich bin Mutter, Mother, aber auch ,Other‘, das Andere“, erläutert sie den Titel ihres Familienstücks.

Auch die anderen Produktionen eröffnen neue Perspektiven. Die britische, körperbehinderte Choreographin Claire Cunningham, die im Rahmen des Deutschen Tanzpreises 2021 für ihre herausragende künstlerische Entwicklung ausgezeichnet wird, ist mit ihrem Stück „Thank You Very Much“ beim Festival dabei. Zusammen mit vier Tänzer:innen schlüpft sie in die Rolle von „Tribute Artists“, die Stars imitieren, und entlarvt damit den Mythos vom idealen Körper.

Die schwarze Choreographin und Tänzerin Joana Tischkau stellt in „Being Pink Ain’t Easy“ einen weißen Mann, verkörpert von dem Performer Rudi Natterer, in den Mittelpunkt, der schwarze Ausdrucksformen begehrt, aber seinem Weißsein nicht entfliehen kann – auf analytisch scharfe, aber auch humorvolle Weise, wie sie sagt.

Anna Wagner und Bruno Heynderickx hoffen, dass das Tanzfestival in diesem Herbst nicht wieder wegen der Pandemie abgebrochen werden muss. Karsten Wiegand, Intendant des beteiligten Darmstädter Staatstheaters, hat bei allen Ungewissheiten eine gute Nachricht: Die Finanzierung des Festivals ist bis ins Jahr 2025 gesichert.

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