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Frankfurt: Stetes Wachstum bei der Bildung

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Frankfurts Schulen brauchen immer mehr Platz und Personal / Neues Gymnasium Süd in Sachsenhausen

Ein bisschen aufgeregt ist Thomas Strauch schon. „Das macht man nur einmal im Leben“, sagt er: eine neue Schule gründen. Seit Oktober hat er seine Planungsgruppe um sich geschart und die Feinheiten für das Gymnasium Süd konzeptioniert. Schwerpunkte festgelegt (Mint-Fächer und Bilingualität).

Ihr Interimsbüro hat die Gruppe inzwischen verlassen. Viel Gepäck nimmt sie nicht mit. Die Rechner der Verwaltung. Am Mittwoch hat die neue Schule die Räume der ehemaligen Wallschule nahe des Schweizer Platzes in Sachsenhausen bezogen. Staunend wandert man umher, rückt ein paar Stühle zurecht, stellt Tafeln auf.

Manches stammt aus der Betriebsschreinerei der Stadt, verrät Strauch. Ist also gar nicht neu. „Wir sind ja nicht ewig in diesem Gebäude“, sagt Strauch. Zwei Jahre bleibt man dort. 2024/25 zieht die Schulgemeinde nochmals um, in das ehemalige Behördenzentrum Seehofstraße/Gerbermühlstraße.

Es ist das in Frankfurt inzwischen übliche Schulhausrücken, hier ein Pavillon, dort ein Übergangsquartier. Die Stadt wächst eben. „Seit einigen Jahren“, seufzt Evelin Spyra, Leiterin des Staatlichen Schulamtes, kämen jedes Jahr etwa 1000 Schülerinnen und Schüler hinzu, für die Stühle, Räume, Tafeln gefunden werden müssten. Zum Stichtag 1. November 2021 habe das Statis-tikamt der Stadt 102 340 Schülerinnen und Schüler gezählt. Ein Siebtel der Stadtgesellschaft, grob überschlagen, muss also die Schulbank drücken.

Da reicht ein neues Gymnasium im Süden natürlich nicht aus. Der Frankfurter Schulentwicklungsplan kalkuliert da anders. Anfang des Jahres verkündete Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), dass zu den ohnehin bis 2029 geplanten 24 neuen Schulen noch fünf weitere kommen müssten. Im Bestand sind derzeit 147 allgemeinbildende Schulen in städtischer Trägerschaft, etwa die Hälfte davon Grundschulen.

Plätze fehlen vor allem an Gesamtschulen und Gymnasien. Die Entwicklung zu einem inklusiven Schulsystem und der Ausbau der Ganztagsplätze stellen die Stadt vor zusätzliche Herausforderungen. Ebenso die geflüchteten, zugewanderten Kinder, die zunächst in Intensivklassen und später in Regelklassen integriert werden. „Diese Kinder unterliegen wie alle anderen auch der Schulbesuchspflicht hier in Frankfurt“, sagt Evelin Spyra. In manchen Stadtteilen reicht es wohl, die Klassenstärke an den Grundschulen zu erhöhen. Anderswo muss an- oder ganz neu gebaut werden. Das Dezernat hat dafür eigens eine Stabsstelle Schulbau gegründet.

Mehr Lehrkräfte nötig

All das Wachstum „macht auch einen Zuwachs an Lehrpersonal erforderlich“, sagt Spyra. Weitere Details möchte die Behörde am kommenden Donnerstag bei einer Pressekonferenz ausführlich präsentieren. Vorab nur so viel: „Die Grundunterrichtsversorgung der Frankfurter Schulen ist abgedeckt.“

Auch Thomas Strauch vom neuen Gymnasium Süd ist zufrieden mit seinen Personalstellen. Engpässe habe er keine. „Es ist ein gutes Team“, sagt Strauch. „Wir haben eine gute Mischung an Leuten, die frisch ihren Dienst antreten und Leuten, die Erfahrung mitbringen.“

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