+
Nach zehn Jahren Planen und Bauen wird die Station Gateway Gardens Mitte Dezember eröffnet. Auch dort wird die RTW halten.

Verkehr

Frankfurt und Rhein-Main: Die Regionaltangente West wird gebaut

  • schließen

Die Gesellschafter einigen sich auf das Bahnprojekt, bei dem im Jahr 2026 die ersten Züge fahren sollen.

Die Regionaltangente West (RTW) ist beschlossen. Knapp 30 Jahre, nachdem die Idee im Umlandverband, dem Vorgänger des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main, aufkam, haben die zwölf Gesellschafter der RTW-Planungsgesellschaft sich am Donnerstag auf die Umsetzung geeinigt.

1,1 Milliarden Euro kostet das Projekt. Es wird zum größten Teil über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz vom Bund und vom Land finanziert. Knapp ein Drittel zahlen die Gesellschafter Frankfurt, Bad Homburg, Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis, Eschborn, Schwalbach, Bad Soden, Sulzbach, Kreis Offenbach, Neu-Isenburg. Auf Frankfurt kommen 180 Millionen Euro Kosten zu. Die ersten Züge sollen ab Anfang 2026 fahren.

Es werden sogenannte Zweisystembahnen sein, die es unter anderem in Karlsruhe gibt. Sie fahren auf Schienen der Deutschen Bahn und der Straßenbahn, mit jeweils unterschiedlicher Stromversorgung. Diese Züge müssen noch bestellt und bezahlt werden. Die Kosten für die Züge und den Betrieb der RTW sind in den 1,1 Milliarden Euro nicht enthalten.

„Mit der RTW wächst die Region noch enger zusammen“, sagte der Frankfurter Bürgermeister und Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU), der den Haushalt der Stadt verantwortet und die Ausgaben für die Bahnstrecke rechtfertigte. Er schlug darüber hinaus eine Regionaltangente Süd sowie eine Regionaltangente Ost um Frankfurt herum vor.

„Der Ring um Frankfurt ist auch mein Traum“, sagte der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Das Land beteilige sich mit 315 Millionen Euro am Projekt und übernehme einen Teil der Planungskosten. Um die Mobilität im Rhein-Main-Gebiet aufrechtzuerhalten, brauche es ein leistungsfähiges Schienennetz, sagte er. Die Busse und Bahnen in Frankfurt und der Region seien in den Spitzenzeiten schon jetzt überlastet, führte Knut Ringat, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) aus. Der Verbund erwartet bis 2030 mindestens 30 Prozent mehr Fahrgäste. Davon werden Prognosen zufolge fast 100 000 Fahrgäste am Tag die RTW nutzen. Das entlaste unter anderem den Frankfurter Hauptbahnhof, sagte er.

Die RTW soll auf zwei Linien fahren: von Bad Homburg über Höchst und den Flughafen nach Neu-Isenburg Birkengewann (Linie 1); außerdem vom Frankfurter Stadtteil Praunheim und von Bad Soden aus nach Dreieich-Buchschlag (Linie 2). Die Züge sollen jede halbe Stunde fahren, auf der gemeinsamen Strecke alle 15 Minuten. Der Höchster Bahnhof wird durch die RTW zum zweitwichtigsten Umsteigebahnhof Frankfurts, nach dem Hauptbahnhof.

„Wir machen nun wahr, was im Eingemeindungsvertrag mit Höchst im Jahre 1928 versprochen wurde“, sagte der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). „Die Linie 11 soll von der Zuckschwerdtstraße zum Bahnhof Höchst verlängert werden.“ Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt sei angewiesen worden, den Auftrag für die Planung der Straßenbahntrasse an die RTW-Planungsgesellschaft zu übertragen. Der Vertrag des RTW-Geschäftsführers Horst Amann, der seit drei Jahren in dieser Position ist, wurde um fünf Jahre verlängert. Er geht davon aus, dass für zwei von vier Abschnitten der RTW (Nord und Süd 1) bis Ende 2020 Baurecht vorliegt. Für die Abschnitte Mitte und Süd 2 sollen die Planfeststellungsverfahren Ende 2020 beginnen. Herausfordernd sei vor allem die Situation am Bahnhof Höchst, sagte er. Hier sei für die RTW ein 130 Meter langer Tunnel unter dem Bauwerk geplant.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare