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Polizisten stehen kurz nach Mitternacht vor der Alten Oper in Frankfurt.
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Polizisten stehen kurz nach Mitternacht vor der Alten Oper in Frankfurt.

„Unsäglich“ und „inakzeptabel“

Polizei in Frankfurt – eine brutale Bilanz: Von Prügel bis zu „NSU 2.0“

  • Hanning Voigts
    vonHanning Voigts
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In Frankfurt sorgen immer wieder brutale Polizeieinsätze für Aufsehen. Und auch verschwundene Schusswaffen rücken in den Fokus.

Frankfurt – „Unsäglich“ und „inakzeptabel“. Das waren die beiden Worte, die Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill einfielen, als er im August vergangenen Jahres bei einer Podiumsdiskussion auf den neusten Vorfall angesprochen wurde. Man werde die Vorgänge genau untersuchen, ein Beamter sei schon in eine andere Dienststelle versetzt worden. Ansonsten, so Bereswill, müsse man die Ermittlungen abwarten.

So oder so ähnlich klang die Reaktion von Bereswill oder anderen Verantwortlichen oft, wenn in den vergangenen Jahren mal wieder über die Frankfurter Polizei diskutiert wurde. Denn es sind nicht nur die großen Skandale um die neonazistischen Morddrohungen des „NSU 2.0“ oder aus der Asservatenkammer verschwundene Schusswaffen, die in letzter Zeit für Aufsehen gesorgt haben. Immer wieder gab es Polizeieinsätze, die für Empörung sorgten – und bei denen immer die Möglichkeit besteht, dass sie das Bild der Polizei in der Öffentlichkeit beschädigen könnten.

Polizei Frankfurt: Drei Beamte treten auf bereits am Boden liegenden Mann

Der Vorfall im August vergangenen Jahres war in dieser Hinsicht sicherlich der dickste Brocken. In der Nacht auf einen Sonntag, Mitte August, hatten Beamte mit äußerster Brutalität einen damals 29 Jahre alten Mann festgenommen, der zuvor als Teil einer gegen die Polizei pöbelnden Gruppe aufgefallen sein soll. Auf zwei Videos von der Festnahme, die im Internet kursierten, war zu sehen, wie zwei Beamte auf den bereits am Boden liegenden Mann einschlugen und eintraten, später war noch zu sehen, wie ein Polizist mit Schwung nach dem Mann trat, der bereits in einen Streifenwagen gesetzt worden war. Die Ermittlungen gegen drei der beteiligten Beamten laufen weiterhin, wie Nadja Niesen, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, der Frankfurter Rundschau sagte.

Ein Video zeigt, wie ein Polizist den am Boden liegenden Mann tritt. Andere Beamte halten den Mann währenddessen fest.

Polizeieinsatz in Frankfurt-Höchst läuft völlig aus dem Ruder

Für große Empörung selbst in türkischen Medien hatte schon zuvor ein Einsatz im Juni 2017 in Höchst gesorgt, bei dem der 42 Jahre alte Savas K. ums Leben gekommen war. K. hatte eigentlich nur seine Wohnung räumen sollen, doch der Einsatz lief letztlich völlig aus dem Ruder.

Mehrere Polizist:innen drückten den stark übergewichtigen Mann bäuchlings auf sein Bett, schließlich verstarb er. L. erlitt Blutergüsse an Kopf, Hals, Rücken, Bauch und Armen, dazu ein teilweise ausgerissenes Schultergelenk. Die Ermittlungen gegen die beteiligten Beamten wurden dennoch eingestellt, weil die gegen K. ausgeübte Gewalt laut Staatsanwaltschaft „im Rahmen des unter den gegebenen Umständen Zulässigen“ geblieben sei.

Eintracht-Spiel: Fußballfan wird von Polizei Frankfurt über Werbebande gestoßen

Folgen hatte dagegen ein weiterer Einsatz, der im Februar 2019 für Unmut gesorgt hatte. Bei einem Eintracht-Spiel gegen Schachtjor Donezk hatten Beamte ein Plakat beschlagnahmt, auf dem Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) verunglimpft worden war. Ein Fan, der sich an einem Gerangel um das Transparent beteiligt hatte, war von zwei Polizisten nach der Konfrontation ohne Grund über eine Werbebande gestoßen worden und hatte sich dabei einen Lendenwirbel gebrochen. Der Fußballfan musste sechs Tage im Krankenhaus bleiben und war sechs Wochen lang arbeitsunfähig. Im Februar vergangenen Jahres sprach das Frankfurter Landgericht dem Fan letztlich 7000 Euro Schmerzensgeld zu, weil von ihm zum Zeitpunkt des Stoßes keinerlei Gefahr mehr ausgegangen sei. (Hanning Voigts)

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