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Polizei im Einsatz (Symbolbild).

Staatsanwaltschaft

Noch keine Anklage wegen Frankfurter Brandserie

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Die Ermittlungen wegen der Feuer in linken Projekten in Hanau und in Frankfurt laufen.

Die Ermittlungen bezüglich einer Brandserie bei alternativen Wohnprojekten und linken Kulturzentren Ende 2018 beschäftigen nach wie vor die Staatsanwaltschaften Frankfurt und Hanau. Wie Sprecher beider Behörden auf FR-Anfrage bestätigten, sind die Ermittlungen fünfeinhalb Monate, nachdem beim letzten Brand der Serie der mutmaßliche Brandstifter festgenommen wurde, nicht abgeschlossen. Ob und wann Anklage gegen den Beschuldigten, einen 46-jährigen Frankfurter, erhoben wird, sei derzeit noch nicht absehbar, hieß von beiden Seiten.

Eine Serie von insgesamt neun mutmaßlichen Brandanschlägen hatte zwischen September und Dezember 2018 die linke Szene im Rhein-Main-Gebiet in Unruhe versetzt. Betroffen waren alternative Wohnprojekte in Schwalbach, Frankfurt und Hanau sowie die autonomen Zentren Au und Exzess in Frankfurt und „Metzgerstraße“ in Hanau.

Die meisten Brände verliefen glimpflich und konnten von den Bewohnern beziehungsweise Nutzern selbst gelöscht werden. Eine Ausnahme bildete das Wohnprojekt „Knotenpunkt“ in Schwalbach, das im September 2018 durch ein Feuer und die Löscharbeiten der Feuerwehr schwer beschädigt und vorübergehend unbewohnbar gemacht wurde. Laut Polizeipräsidium Westhessen sei in diesem Fall allerdings immer noch unklar, ob das Feuer vorsätzlich gelegt worden sei.

Der vorerst letzte Brand ereignete sich am 21. Dezember 2018 in einem Nebenraum des autonomen Kulturzentrums „Metzgerstraße“ in Hanau. Besucher hatten das Feuer bemerkt, gelöscht und kurz darauf den mutmaßlichen Brandstifter gestellt und der Polizei übergeben. Die Hanauer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der gefährlich Brandstiftung in drei Fällen. Die Ermittlungen hat die Abteilung für politische Straftaten übernommen. Bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft sind derweil die Ermittlungen bezüglich der Brände in Frankfurt und Schwalbach zusammengefasst. Um alle Fälle zu bündeln, reichten derzeit die Beweise noch nicht aus, erklärte ein Sprecher.

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