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Das Frankfurter Ikonenmuseum präsentiet seine Sammlung nun vor leuctend roten Wänden. Bild: Ikonenmuseum
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Das Frankfurter Ikonenmuseum präsentiet seine Sammlung nun vor leuctend roten Wänden. Bild: Ikonenmuseum

Ikonenmuseum Frankfurt

Frankfurt: Heilige Bilder vor blutroten Wänden

  • Andreas Hartmann
    VonAndreas Hartmann
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Nach einjähriger Renovierung könnte das Frankfurter Ikonenmuseum nun wieder öffnen - sobald das in der Corona-Zeit wieder erlaubt ist.

Am Rande des Sachsenhäuser Museumsufers träumt ein auch außerhalb der Lockdown-Zeiten ganz besonders stilles Museum einen Dornröschenschlaf. Zwar ist das Frankfurter Ikonenmuseum zumindest in Deutschland etwas ganz Außergewöhnliches (nur in Recklinghausen gibt es eine vergleichbar große Sammlung), Besucher:innen finden ihren Weg aber nur selten in die vom Stararchitekten Oswald Mathias Ungers 1990 umgebauten Räume im früheren Deutschordenskloster an der Alten Brücke.

Es mag für ein westliches Publikum des 21. Jahrhunderts ein sprödes Museum sein, eine Bilderwelt, die heute nur noch schwer zugänglich scheint. Dabei gibt es allein in Frankfurt 14 christlich-orthodoxe Kirchengemeinden, die die Traditionen der Bilderverehrung hochhalten, und auch die westliche Kunst, egal ob im Städel oder im Museum für Moderne Kunst ausgestellt, hat hier viele ihrer Wurzeln. Immerhin beriefen sich die Ikonenmaler viele Jahrhunderte lang auf Christus selbst, der sein wahres Antlitz auf mystische Weise als nicht von Menschen gemaltes Gemälde, das Mandylion, hinterlassen habe. Deshalb erlaubt es die christliche Kunst im Gegensatz zum Judentum oder dem Islam auch, sich ein Bild von Gott und den Heiligen zu machen.

Die Frankfurter Sammlung, die 1988 aus der Stiftung des Arztes Jörgen Schmidt-Voigt hervorging, umfasst mehr als 1500 Ikonen und liturgische Geräte der orthodoxen Ostkirchen – das Museum besitzt sakrale Bilder (auf griechisch: Eikon) aus Russland, Griechenland und Rumänien, dazu viele Leihgaben der Staatlichen Museen zu Berlin.

Ein Jahr lang war das Museum, Corona hin oder her, wegen Renovierung geschlossen; am Donnerstag haben die neue Leiterin, die Religionswissenschaftlerin Konstanze Runge, Matthias Wagner K vom Museum Angewandte Kunst (MAK), zu dem das Ikonenmuseum gehört, und Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) die neuen Räume vorgestellt, allerdings nur virtuell. Deshalb ist es schwierig zu beurteilen, wie der Umbau des Darmstädter Büros „Point Architektur“ tatsächlich wirkt.

Sie habe an dem Standort im Deutschordenshaus festhalten wollen, sagte Hartwig. 300 000 Euro hat die Stadt Frankfurt nach ihren Angaben für den Umbau und die neue Technik ausgegeben. „Sobald die Lage es zulässt, kann das Museum öffnen“, sagte Hartwig.

Etwas mehr Platz hat das Ikonenmuseum nun, Wagner K schätzt den Zugewinn auf 75 Quadratmeter durch Einbeziehung des Foyers und nochmals etwa 150 Quadratmeter im Hauptraum. Im Herbst soll noch ein Kabinett mit in Deutschland besonders seltener Kirchenkunst aus Äthiopien, langfristige Leihgabe einer Privatsammlung, hinzukommen.

Die wohl auffälligste Veränderung ist die intensive Farbe der Räume. Auf den jetzt blutroten Wänden leuchten die goldverzierten Ikonen der orthodoxen Ostkirchen. Gläubige mag das an die heiligen Märtyrer erinnern, deren Verehrung die Bilder feiern. Man habe lange nach dem passenden satten Farbton gesucht, sagte Wagner K.

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