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Frankfurt und Rhein-Main: Filme unter freiem Himmel

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Auch die Fassaden im Innenhof des Alten Polizeipräsidiums bieten Flächen für Lichtspiele. Lightgraph Studio
Auch die Fassaden im Innenhof des Alten Polizeipräsidiums bieten Flächen für Lichtspiele. © Lightgraph Studio

Das Alte Polizeipräsidium bietet auch 2022 wieder die Kulisse für das Freiluftkino Frankfurt. Die neunte Ausgabe der Reihe überzeugt ansonsten mit vielen preisgekrönten Filmen. Von Jan-Erik Bischoff.

Das Freiluftkino Frankfurt geht in seine neunte Runde. Vom 30. Juni bis 21. August sollen vor allem aktuelle Kinofilme präsentiert werden. Die Filme werden immer in Originalfassung mit deutschen Untertiteln gezeigt – und wie in den beiden Jahren davor wieder im Innenhof des Alten Polizeipräsidiums in Frankfurt zu sehen sein.

Das 1914 erbaute Gebäude steht jetzt seit ziemlich genau 20 Jahren leer. „Der Look dieser Location ist sehr ungewöhnlich für Frankfurt“, sagt Gregor Maria Schubert, Veranstalter des Freiluftkinos. Seine Kollegin und Veranstalterin Johanna Süß ergänzt: „Die Leute sind unglaublich fasziniert.“ Außerdem sei der Ort praktisch, weil er so zentral in Frankfurt liege und in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof.

Die Filme für das Freiluftkino werden aus den Favoriten des vergangenen Kinojahres ausgesucht. „Weil sie gut zur Location oder zum Sommer oder zum Freiluftkino passen“, sagt Süß. Aktuelle Filme kommen erst, nachdem sie nicht mehr in den Kinos laufen, da soll es keine Konkurrenz geben. Eine Ausnahme ist aber die spanische Komödie „Der beste Film aller Zeiten“, die anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Film- und Kinobüros Hessen zum Kinostart gezeigt wird.

Eröffnet wird die Reihe am 30. Juni mit dem Dokumentarfilm „Ask, Mark ve Ölüm“ (Liebe, D-Mark und Tod), der die 60-jährige Musikkultur türkischer Migrantinnen und Migranten in Deutschland porträtiert. Ein Teil des Films spielt auch in Frankfurt, wo ein Kassettenlabel von türkischen Musikern gegründet wurde. Der Film hat bereits den Publikumspreis auf der diesjährigen Berlinale gewonnen und sorgte auch beim 15. „Lichter Filmfest“ für ausverkaufte Plätze.

Mit „House of Gucci“ von Ridley Scott mit Lady Gaga und „Parallele Mütter“ (Madres paralelas), dem neuesten Spielfilm von Pedro Almodóvar mit Penélope Cruz und Milena Smit in den Hauptrollen, werden auch große Stars auf der Freiluftkinoleinwand zu sehen sein.

Das Freiluftkino

Geöffnet ist das Kino vom 30. Juni bis 21. August donnerstagabends bis sonntagabends.

Im alten Polizeipräsidium in der Ludwigstraße 18 findet das Freiluftkino statt – nur drei Gehminuten von der Messe entfernt.

Einlass ist immer von 19.30 Uhr an, die Filme beginnen bei ausreichender Dunkelheit.

Tickets kosten 10 Euro pro Person im Vorverkauf.

Filmprogramm und Tickets gibt es auf: www.freiluftkinofrankfurt.de

Davon gibt es noch viele mehr. Das Programm ist voller preisgekrönter Produktionen wie „Belfast“, einem Film über den Nordirlandkonflikt, der 1969 begann. Der Film gewann in diesem Jahr den Oscar für das beste Originaldrehbuch und wird am 3. Juli im Freiluftkino gezeigt. Oder „The Father“ mit Anthony Hopkins, der für seine Leistung als bester Hauptdarsteller mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. In dem Film geht es um einen alten Witwer in London, der mit Demenz zu kämpfen hat. Dieser Film ist am 17. Juli zu sehen.

Zum 30. Jubiläum des Christopher Street Days werde es in diesem Jahr zwei „Sonderscreenings“ geben, heißt es in einer Ankündigung des Freiluftkinos. Am 7. Juli läuft das Drama „Porträt einer jungen Frau in Flammen“, das eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen im Frankreich des 18. Jahrhunderts erzählt. Am 8. Juli wird mit „Große Freiheit“ ein Film über einen homosexuellen Mann im Deutschland der Nachkriegszeit gezeigt.

„Liebe, D-Mark und Tod“ eröffnet das Freiluftkino. Filmfaust
„Liebe, D-Mark und Tod“ eröffnet das Freiluftkino. © Filmfaust

Mit „The French Dispatch“ kommt am 22. Juli ein Film des gefeierten Regisseurs Wes Anderson auf die 28 Quadratmeter große Leinwand im Innenhof des Polizeipräsidiums. Dort geht es um ein französisches Magazin in der fiktiven Stadt Ennui-sur-Blasé und das schräge Team an Journalist:innen, die dafür arbeiten. Sie haben oft eine ganz eigene Auffassung vom politischen Geschehen und nehmen es mit der Neutralität auch nicht immer ganz genau. Hierbei gibt es immer wieder Verweise auf Populärkultur und Zitate zu entdecken.

Während der Corona-Pandemie war das Freiluftkino eine der wenigen Veranstaltungen, die noch möglich waren. 2020 gab es 20 Filme zu sehen, und alle waren ausverkauft. 250 Zuschauerinnen und Zuschauer konnten nach den genauen Abstandsregelungen von 1,50 Metern im alten Polizeipräsidium Platz finden. Unter normalen Umständen werden circa 300 Tickets pro Abend verkauft.

Neben den Filmen gibt es auch eine Freiluftkino-Bar sowie Crêpes und Galettes der Frankfurter Crêperie mobil „Chez Vivi“. „Man besucht das Freiluftkino wie eine Bar“, sagt Schubert. Viele kämen schon etwas früher, um etwas zu trinken und sich mit Freunden zu unterhalten. Vor und nach den Vorführungen spielt Musik. Einlass ist jeweils um 19.30 Uhr, die Filme beginnen, sobald es ausreichend dunkel ist.

Bei schlechtem Wetter werden die Vorstellungen nach Möglichkeit auf ein anderes Datum verlegt.

Hessen: Wanderkino im Sommer

Wie schon 2021 ist das Sommerwanderkino auch in diesem Jahr wieder Teil des Förderprogramms „Ins Freie!“ des hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und wird über die HessenFilm und Medien gefördert. Bis September wird es rund 150 Veranstaltungen in voraussichtlich 60 Orten in ganz Hessen geben. Das Netzwerkprojekt berücksichtigt vor allem kleine und kleinere Städte und Gemeinden, in die Planung und Organisation sind Kommunen, lokale Vereine und rund 30 hessische Kinos eingebunden. Ein Schwerpunkt des Programms liegt auf europäischen Filmen, gezeigt werden aktuelle Filme wie „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ oder „Spencer“, aber auch Kultiges und Klassiker wie die „Rocky Horror Picture Show“ oder „Die Reifeprüfung“. Das Programm wird sukzessive auf der Homepage des Sommerwanderkinos veröffentlicht. Am 4. Juli, 21.30 Uhr, läuft im Hof des Casablanca Art House Kinos in Bad Soden das italienische Drama „Tutti I Santi Giorni – Tagein Tagaus“. myk

Juni bis September, etwa 60 verschiedene Orte in Hessen. www.sommerwanderkino-hessen.de

Frankfurt: Lichtspiele in luftigen Höhen

Der preisgekrönte Film „Le Prince“, der zu großen Teilen in Frankfurt spielt, eröffnet am 29. Juli die Reihe „Kino auf dem Dach“. Bis zum 21. August bietet die Dachterrasse des Frankfurter Hauses am Dom nicht nur einen wunderschönen Ausblick über die Stadt, die Filmauswahl ermöglicht auch vielerlei Einblicke in unbekannte Gefilde und Gebiete. Auf dem Programm stehen acht aktuelle Spielfilme, jeder von ihnen wird an jeweils drei Abenden gezeigt. Bei Regen werden die Filmabende in den Großen Saal verlegt. Und es gibt noch weitere Lichtspiele in luftiger Höhe. Das „High Rise Cinema Frankfurt“ führt das Publikum vom 21. Juli bis zum 13. August an Orte, die den meisten Menschen normalerweise verborgen bleiben. Auf den Dachterrassen von Opernturm, Taunusturm, Skyline Plaza und des Grünflächenamts werden Klassiker der Filmgeschichte präsentiert. Das Programm steht allerdings noch nicht fest. myk

„Kino auf dem Dach“, 29. Juli bis 21. August, Haus am Dom, Domplatz 3. www.hausamdom-frankfurt.de

„High Rise Cinema Frankfurt“ vom 21. Juli bis 13. August. www.highrisecinema.de

Wenn es regnet geht es rein und runter ins Haus am Dom. Anne Zegelman / Bistum Limburg
Wenn es regnet geht es rein und runter ins Haus am Dom. © A. Zegelman / Bistum Limburg

Offenbach: Kino mit Kulisse am Hafen

Es ist eines der schönsten Open-Air-Kinos der Region. So steht es auf der Homepage – und so ist es auch. Ein famoses Zusammenspiel von Wasser und Himmel, Natur und Industriekultur vor an sich schon filmreifer Kulisse. Das Hafenkino Open Air in Offenbach musste in den vergangenen zwei Sommern arg heruntergefahren werden, in dieser Saison kann es endlich wieder an die Zeit vor Corona anknüpfen. Am 10. Juni ging es los, bis 27. August laufen an zwei Tagen pro Woche (generell freitags und samstags) Neuerscheinungen sowie Filme jenseits des Mainstreams, oft im Original mit Untertiteln. Am Freitag, 1. Juli, wird „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ gezeigt, am Samstag, 2. Juli, das Roadmovie „Come On, Come On“. Anders als 2020 und 2021 gibt es wieder eine Abendkasse - sofern noch Tickets übrig sind. Das Hafenkino-Team rät, sich online im Vorverkauf Karten zu sichern. Dann gelinge die Organisation besser – und bessere Sitzplätze lassen sich so auch ergattern. myk

Bis 27. Oktober, Hafen 2 in Offenbach, Nordring 129. Einlass ist ab 20 Uhr, Filmbeginn gegen 21.45 Uhr. www.hafen2.net

in Ausblick, der ablenken kann: Hafenkino Open Air in Offenbach. Daniela Mortara
in Ausblick, der ablenken kann: Hafenkino Open Air in Offenbach. © Daniela Mortara

Wiesbaden: Leinwand vor dem Hauptbahnhof

Bereits zum 24. Mal zeigt das Open-Air-Kino in den Reisinger Anlagen in Wiesbaden direkt gegenüber dem Hauptbahnhof ausgesuchte Filme unter freiem Himmel und bei freiem Eintritt. Auf dem Programm stehen vom 14. Juli bis 6. August zwölf Filme, die aus dem Kinoangebot der vergangenen Jahre für das Filmfest ausgewählt wurden, doch auch ältere Produktionen werden gezeigt, etwa das mehrfach ausgezeichnete Biopic „Rocket Man“ über das Leben und den Werdegang von Elton John. Seit 1998 gibt es das Filmfest, das von dem Verein „Bilderwerfer“ immer donnerstags, freitags und samstags veranstaltet wird und nicht nur Spielfilme, sondern auch Dokumentationen und Kurzfilme präsentiert. Eröffnet wird das 24. Open-Air-Filmfest am Donnerstag, 14. Juli, mit der Dokumentation „Walchensee forever“, die die Geschichte einer Familie erzählt, die ein ganzes Jahrhundert umspannt. Am Freitag, 22. Juli, gibt es ein Kurzfilmprogramm unter dem Titel „Leben am Wasser“. myk

14. Juli bis 6. August, Reisinger Anlagen in Wiesbaden. Filmbeginn bei ausreichender Dunkelheit etwa um 21.30 Uhr. www.bilderwerfer.de

Bad Vilbel: Frische Filme im Freibad

Das Bad Vilbeler Open-Air-Kino feiert in diesem Jahr ein kleines Jubiläum: Zum 30. Mal werden in den Sommerferien im örtlichen Freibad Filme auf großer Leinwand gezeigt, heuer vom 27. Juli bis 10. August. Über den Auftaktfilm durfte das Publikum per Voting abstimmen. Die Wahl fiel auf den Episodenfilm „Wunderschön“ von Karoline Herfurth mit 11,3 Prozent der knapp 9000 abgegebenen Stimmen. Den zweiten Platz teilen sich mit jeweils 10,4 Prozent „Phantastische Tierwesen 3: Dumbledores Geheimnisse“ und „Contra“ von Sönke Wortmann. Die Filme laufen am 2. und am 7. August. Gezeigt werden auch ansonsten aktuelle Kinofilme wie „Top Gun: Maverick“ (28. Juli), „Minions – Auf der Suche nach dem Mini-Boss“ (5. August) oder „Elvis“ (6. August). Wegen Regen fällt keine Vorführung aus, im Freibad werden Regencapes zu 1 Euro pro Stück angeboten. myk

27. Juli bis 10. August, Freibad Bad Vilbel, Huizener Straße 1. Einlass ist um 20.15 Uhr, Vorstellungsbeginn um 21.45 Uhr. www.kultur-bad-vilbel.de/open-air-kino

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