Randale in Hessen

Frankfurt: OB Feldmann nennt Angriffe auf Polizisten respektlos und asozial

  • George Grodensky
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  • Jens Joachim
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In Frankfurt attackieren mehrere junge Männer Polizisten mit Steinen und Flaschen. Die Beamten in Darmstadt werden mit Knallkörpern beworfen.

  • In der Frankfurter Innenstadt greifen Randalierer eine Polizeistreife an.
  • Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann stellt einen Zusammenhang mit den Corona-Auflagen her.
  • In Darmstadt werden 23 überwiegend Minderjährige vorläufig festgenommen.

Update vom Montag, 02.11.2020, 17.20 Uhr: Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hat die Angriffe auf Polizisten in Frankfurt am vergangenen Wochenende verurteilt und einen Zusammenhang mit den Corona-Auflagen hergestellt. „Was da passiert ist, geht gar nicht“, so Feldmann am heutigen Montag (02.11.2020) im Frankfurter Römer. Es sei respektlos, asozial und richte sich gegen die Gesellschaft: „Wer Beamte angreift, greift uns auch als Gesellschaft an.“

Randale in Frankfurt: Polizei sucht nach Motiven

Der Großteil der Frankfurter befürworte die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und halte sich daran, sagte Frankfurts Oberbürgermeister. Die Regeln müssten aber auch kontrolliert werden, „sonst ermutigen wir die Verweigerer und gefährden die Schwächsten“. Frankfurt brauche die Unterstützung der Bundespolizei. Die Stadt habe diese bereits vorletzte Woche angefordert, aber keine Antwort erhalten. Für die Unterstützung der Landespolizei sei man dankbar, „es scheint aber nicht zu reichen“, sagte Feldmann. Hintergründe und Motive der Ausschreitungen waren am heutigen Montag noch Gegenstand der Ermittlungen, wie die Polizei berichtet. Ob die beschlossenen Corona-Maßnahmen bei den Angriffen eine Rollen spielten, ist nocht offen.

Die Polizei musste am vergangenen Wochenende in Frankfurt ausrücken (Symbolbild).

In der Nacht zu Sonntag (01.11.2020) hatten sich vor der Hauptwache 500 bis 800 Personen versammelt. Aus der Menge seien Polizisten mit Flaschen und Eiern beworfen worden, heißt es aus dem Polizeipräsidium Frankfurt. Neun Tatverdächtige wurden festgenommen, darunter auch eine polizeibekannten 17-Jähriger, der in Untersuchungshaft kam. Mangels Haftgründen wurden die anderen acht Tatverdächtigen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Polizisten in der Frankfurter Innenstadt attackiert

Erstmeldung vom Sonntag, 01.11.2020, 18.51 Uhr: Frankfurt/Darmstadt - Das Aggressionspotenzial steigt. Gleich zwei Nächte hintereinander haben junge Männer in der Frankfurter Innenstadt Polizisten angegriffen. In der Nacht zum Sonntag attackierten sie gegen 22.45 Uhr eine Polizeistreife mit Steinen, Flaschen und Eiern. Das Geschehen verlagerte sich an die Hauptwache, wo sich etwa 500 bis 800 Personen zusammengerottet hatten, ohne die Corona-Verordnung einzuhalten. Zudem bewarfen sie weitere Polizisten mit Flaschen und Eiern. Insgesamt nahm die Polizei neun Tatverdächtige fest. Acht davon mussten sie mangels Haftgründen wieder entlassen. Ein polizeibekannter 17-Jähriger blieb hingegen über Nacht im Präsidium und landete am Sonntag vor dem Haftrichter.

Bereits Freitagnacht hatten Störenfriede eine Polizeistreife auf der Zeil angegriffen. Beamte waren angerückt, um einen Streit zu schlichten, was allerdings eskalierte. Die Polizisten mussten zunächst flüchten. Die Ermittlungen führten nun zu einem 18-jährigen Tatverdächtigen.

Als „unerträglich“ verurteilte der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill am Sonntag (01.11.2020) die Randale. Die Kolleginnen und Kollegen setzten sich täglich für den Schutz und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger ein, sagte Bereswill. Die Polizei lasse sich die wiederholten Übergriffe nicht mehr bieten.

Stefan Müller, innenpolitischer Sprecher der FDP im Landtag, verurteilt die Angriffe ebenfalls: „Das dürfen wir nicht hinnehmen.“ Die Bemühungen zur schnellen und konsequenten Aufklärung solcher Taten müssten verstärkt werden. Polizei und Staatsanwaltschaften müssten gestärkt werden, um besser reagieren zu können.

Polizeiwagen in Darmstadt mit Böller beworfen

In Darmstadt-Eberstadt wurde am Samstagnachmittag (31.10.2020) ein Polizeiwagen mit Knallkörpern beworfen. Die Polizei nahm 23 überwiegend minderjährige Personen vorläufig fest. Laut einem Polizeisprecher war gegen 17 Uhr der Einsatzzentrale im Polizeipräsidium Südhessen in Darmstadt gemeldet worden, dass in der Kirchtannensiedlung Böller gezündet würden. Als eine Streifenwagenbesatzung eine Gruppe von etwa 100 Personen über Lautsprecher auf Verstöße gegen die Corona-Verordnung hingewiesen habe, sei der Polizeiwagen mit Böllern beworfen worden.

Mit Böllern wurden Polizisten in Darmstadt angegriffen. (Symbolbild)

Mit Unterstützung von weiteren Streifenwagenbesatzungen seien daraufhin 23 überwiegend minderjährige Personen vorläufig festgenommen worden. Bei einer Person fanden die Beamten Knallkörper. Alle Personen wurden nach Feststellung der Identitäten wieder nach Hause entlassen. Die Beamten des Streifenwagens wurden nicht verletzt. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs. (George Grodensky/Jens Joachim)

Rubriklistenbild: © Marc Tirl/dpa

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