So sieht es aus, das Corona-Testkit, mit dem auch die Autorin getestet wurde. 
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So sieht es aus, das Corona-Testkit, mit dem auch die Autorin getestet wurde. 

Gesundheit

Frankfurt: Corona-Test jetzt auch ohne Husten

  • Friederike Meier
    vonFriederike Meier
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Die Corona-Testzentren in Hessen sind nicht ausgelastet. Auch wer nur milde Symptome hat, kann sich nun testen lassen.

Es kratzt im Hals, ich habe Kopfschmerzen und fühle mich schlapp. Husten und Fieber habe ich zwar nicht. Trotzdem: Ist das jetzt Corona? Soll ich mich sicherheitshalber testen lassen, damit meine Kontaktpersonen nicht unwissentlich weitere Menschen anstecken? Oder lieber nur zu Hause bleiben und abwarten?

Auf der Webseite 116117.de der kassenärztlichen Bundesvereinigung gibt es eine Übersicht, welche Symptome sehr häufig sind. Meine kommen bei Covid-19 „manchmal“, bei Erkältungen hingegen „häufig“ vor. Trotzdem sagt mir der dort verlinkte „Covidguide“, eine Website, die eine erste medizinische Einschätzung gibt, dass ich ein „Verdachtsfall“ sei, bei dem ein Test in Betracht komme. Weil ich am Mittwochabend vor Christi Himmelfahrt keinen Arzt mehr erreiche, wähle ich also die 116 117, die Nummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Wider Erwarten komme ich sofort durch und schildere meine Symptome.

Die Mitarbeiterin der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen am anderen Ende empfiehlt mir weder, einen Test zu machen, noch es nicht zu tun. Verwundert frage ich nach, ob ich einfach zu einem Testzentrum gehen könne? Sie bejaht und nennt mir die Öffnungszeiten des Testzentrums an der Frankfurter Uniklinik. Immer noch unsicher, ob ich überhaupt getestet werden würde, stehe ich am Freitag um kurz vor zwölf vor dem Testzentrum. Von einer Schlange keine Spur, nur zwei Menschen kommen vor mir dran. Ich bekomme ein Formular, in das ich meine Symptome eintrage und etwa, ob ich Kontakt zu einem Infizierten gehabt habe. Ohne weitere Nachfragen werde ich getestet – das Ergebnis bekäme ich spätestens am Dienstag der folgenden Woche.

„Schlangen an den Testzentren gibt es schon seit längerer Zeit nicht mehr“, bestätigt ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen meinen Eindruck. Laut der KV Hessen war die Zahl der Tests pro Tag in den 18 hessischen Testzentren zuletzt rückläufig. In der Anfangszeit habe man 1000 Tests am Tag durchgeführt, jetzt seien es zwischen 400 und 500. „Die Kapazitäten sind da, also besser, es wird eine Person mehr als eine weniger getestet“, erklärt der Sprecher.

Dass ich auch mit meinen relativ leichten Erkältungssymptomen getestet wurde, überrascht ihn nicht. „Die Kriterien sind mit der Zeit gelockert worden.“ Wann genau, kann er nicht sagen. „Zu Anfang war Husten und natürlich der Aufenthalt in Risikogebieten ein entscheidendes Kriterium.“ Am Ende entscheide ohnehin der Arzt am Testcenter, wer getestet werde und wer nicht. Trotzdem, betont der Sprecher, solle man vorher die 116 117 anrufen oder zum Hausarzt gehen.

In meinem Fall hat sich die Aufregung als unbegründet herausgestellt: Per SMS bekomme ich am Montag, einen Tag schneller als angekündigt, mitgeteilt, dass das Coronavirus bei mir nicht nachgewiesen worden sei.

Die Gesellschaft hat die Corona-Beschränkungen anscheinend satt. Aber was wird aus jenen, die noch nicht locker genug sind für Lockerungen?

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