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„Panda-Mie“ nennt der Inhaber dieses Restaurants in der Frankfurter Innenstadt seine raumfüllende Installation, bei der  Plüsch-Pandabären die Gäste sind.
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„Panda-Mie“ nennt der Inhaber dieses Restaurants in der Frankfurter Innenstadt seine raumfüllende Installation, bei der Plüsch-Pandabären die Gäste sind.

Straßenverkauf

Corona-Krise in Frankfurt: Wirte warten weiter auf die Novemberhilfe

Weil es bei der Berechnung der Corona-Hilfen immer noch offene Fragen gibt, ist die Höhe meist noch unklar.

  • Wegen der Corona-Krise wurden Gastronomiebetriebe im November geschlossen.
  • Der Bund versprach den Wirten Corona-Hilfen.
  • Doch es ist unwahrscheinlich, dass die Novemberhilfen im November kommen.

Der Name führt in die Irre. Es ist unwahrscheinlich, dass die Novemberhilfen für die von der Pandemie gebeutelte Gastronomie noch in diesem Monat starten. Erst von Freitag, 27. November, an sei eine Antragstellung überhaupt möglich, sagt Julius Wagner, Hauptgeschäftsführer der Dehoga Hessen, die 18.000 Betriebe vertritt. „Ich gehe davon aus, dass im November kein Cent ausgezahlt wird.“ Zu viele Fragen zum Verfahren seien noch offen. Auch für die hessischen Regierungspräsidien, die im Auftrag des Bundes die Anträge bearbeiten sollen. Zum Glück gebe es die Abschlagszahlungen. Und Signale, dass die Hilfen auch im Dezember fließen sollen, denn eine Verlängerung des November-Lockdowns ist höchst wahrscheinlich.

Corona-Krise in Frankfurt: Verlängerung des November-Lockdowns wahrscheinlich

Auch wenn es noch viele Unklarheiten gibt, hoffen Frankfurts Gastronomen auf die Novemberhilfe von bis zu 75 Prozent des Novemberumsatzes 2019. Seit zu Monatsbeginn der Lockdown light verhängt wurde, um die steigenden Corona-Zahlen zu senken, sind die Lokale zu. Grob gerechnet müssen Wirte ein Viertel ihres Umsatzes einplanen, um Lieferanten wie Brauereien, Großmarkt oder Metzger bezahlen zu können. Diese Kosten entfallen, sodass sie von der Hilfe ihre übrigen Ausgaben wie etwa die Miete decken können.

Straßenverkauf

Das Finanzministerium hat vorgerechnet: Eine Pizzeria mit Monatsumsatz von 10 000 Euro (ohne Mehrwertsteuer) habe im Vorjahr 20 Prozent des Umsatzes, also 2000 Euro, im Straßenverkauf erzielt, 8000 Euro im Gastraum. Nur von diesen 8000 Euro erhält der Betreiber die Hilfe von 75 Prozent, also 6000 Euro. Den Straßenverkauf könnte er erhöhen, also mehr als 2000 Euro damit umsetzen. Dieser Mehrumsatz wird auf die 6000 Euro Novemberhilfe nicht angerechnet.

Betrachtet man den Vorjahresumsatz im Gastraum – 8000 Euro – könnte die Kalkulation folgendermaßen aussehen: Überschlägig betragen die Warenkosten in der Gastronomie, also die Rechnungen, die die Lieferanten stellen, 25 bis 30 Prozent des Umsatzes. Diese Kosten fallen weg. Dafür beträgt die Novemberhilfe auch nur 6000 Euro, also 75 Prozent.

Die Kosten für Miete und Versicherung bleiben und müssten durch die Novemberhilfe ausgeglichen werden können. Gesparte Personalkosten werden nur dann in den Umsatzausgleich eingerechnet, wenn die Mitarbeiter:innen in Kurzarbeit gehen. Die Kosten für gekündigte Aushilfen beispielsweise sparen die Pizzabäcker: innen. Es reduzieren sich im Lockdown-November zudem die Kosten für Strom, Gas, Wasser, Reinigung. Die Pizzabäcker:innen könnten unter dem Strich etwas mehr Geld in der Tasche haben als im November 2019.

Die meisten Wirte sind optimistisch. „Bis jetzt sieht es sehr gut aus. Unsere Kosten werden gedeckt, vielleicht sogar etwas mehr. Dann können wir Rückstände der Vormonate begleichen“, sagt James Ardinast, Inhaber der „Ima Clique“, die Restaurants und Bars in Frankfurt betreibt. Robert Theobald, Wirt in der Buchscheer in Sachsenhausen, will die Hilfe „selbstverständlich“ beantragen. „Sobald es möglich ist, läuft das über unseren Steuerberater.“ Den November übersteht Theobald bislang, indem er an zwei Tagen pro Woche Apfelwein verkauft. „Die Gebinde können auch über meinen Bruder bezogen werden, der in der Oppenheimer Landstraße ein Fahrradgeschäft hat.“ Der Unterschied zum Lockdown im Frühjahr: „Wir haben diesmal keinen Speiseverkauf. Die Küche ist komplett zu.“

Frankfurt: Wirte hoffen auf Unterstützung während Corona-Krise

Der Grund: Viele Leute arbeiten wieder, die Kinder sind auch in der Schule, die Situation ist also für die Kunden nicht so ungewöhnlich wie im Frühjahr. Es war warm, alle wollten raus, die Eltern hatten keine Lust mehr zu kochen – da lief das Verkaufsgeschäft. Sollte er am 2. Dezember nicht wieder öffnen dürfen, will Theobald fertig gebratene Weihnachtsgänse mit Beilagen portionsweise verkaufen. Bis dahin ist die Küche zu.

Andreas Eggenwirth, Koch und Inhaber der Genussagentur „gourmetConnect“ in Preungesheim, hat noch Zweifel. „Ich habe noch nicht herausgefunden, ob die Hilfe brutto oder netto ist.“ Maximilian Podstawski, Sprecher des Bundesfinanzministeriums, hilft: Die Umsatzhilfe wird netto berechnet. Angerechnet wird sie auf Umsätze, die im Gastraum gemacht wurden. Diese unterliegen einem Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Es ist insofern ohne Bedeutung, ob die 19 Prozent als Umsatzsteuer an das Finanzamt weitergereicht werden müssen.

Corona-Krise in Frankfurt: „Viele Gastronomen haben die Steuererklärung 2019 noch nicht gemacht“

Eggenwirth sieht noch andere Probleme: „Viele Gastronomen haben die Steuererklärung 2019 noch nicht gemacht.“ Entsprechend gibt es keine Angaben zum Umsatz. Podstawski dazu: „Wer noch keinen Steuerbescheid für 2019 hat, kann die Umsätze anderweitig nachreichen.“

Richtig ist, wie Eggenwirth erfahren hat, dass das Kurzarbeitergeld auf die 75 Prozent Erstattung angerechnet wird. Wer also Mitarbeiter in Kurzarbeit schickt und damit Lohnkosten spart, erhält weniger Umsatzausgleich. „Man muss“, sagt Eggenwirth, „genau überlegen, ob es sich rechnet, die Leute in Kurzarbeit zu schicken.“ Er räumt ein, dass die Unkosten für den Gastronomen geringer sind als im Vorjahr, weil die für den Warenkauf wegfallen.

Doch seien in Frankfurt der Großteil Fixkosten, etwa Miete. „Wir Gastronomen sind die Ersten, die bei einer Wirtschaftskrise hinten runterfallen, und die Letzten, die nachher spüren, wenn es wieder bergauf geht“, sagt Eggenwirth. „Was glauben Sie, was noch an Rechnungen zu zahlen ist. Der Metzger, der Getränkelieferant, die warten auf ihr Geld.“ Viele Gastronomen, gerade die ganz kleinen, seien auf Kante genäht. Oft hänge die ganze Familie daran. Das Insolvenzgesetz ist noch ausgesetzt bis März. „Wir müssen mal sehen, wer danach noch da ist.“

Frankfurt: „Wir hoffen, dass wir das mit der Novemberhilfe ersetzen können“

Robert Mangold vom Tigerpalast sieht noch andere Probleme: Der Tigerpalast kann wegen der Abstandsregeln nur 40 Prozent des Publikums aufnehmen. Die Plätze fürs Weihnachtsprogramm waren bis Mitte Dezember verkauft. Die Produktion koste schon vor der Premiere 45 000 bis 50 000 Euro. „Wir hoffen, dass wir das mit der Novemberhilfe ersetzen können.“ Die Verluste des Tigerpalastes seien über das Jahr gerechnet sicher sechsstellig.

Wie hoch die Novemberhilfe sein wird, weiß Mangold nicht genau. „Es gibt noch keine Ausführungsbestimmungen und erst darin stecken die Details.“ Bislang sei ihm gesagt worden, dass die im März erhaltene Soforthilfe eingerechnet werde. Auch Kurzarbeitergeld und Überbrückungshilfen. Was Podstawski beruhigt: „Eingerechnet werden lediglich Überbrückungshilfen, die im November bezogen wurden.“ Es gibt keine rückwirkende Verrechnung aus dem März und April dieses Jahres. (Thomas Schmid mit jur)

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