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Verkehr

Frankfurt: Blitzer alarm im Stadtgebiet

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Beim europaweiten Speedmarathon wird an den 29 Messstellen in Frankfurt eher moderat gefahren. Ausreßer am Wiesbadener Kreuz.

Die Frau in ihrem schicken Roadster grinst schon süffisant, als sie auf dem Parkplatz an der Mainzer Landstraße einbiegt. Sie weiß es: erwischt! Statt der erlaubten 50 ist sie mit 62 km/h geblitzt worden. Abzüglich Toleranz wird ein Ordnungsgeld von 15 Euro fällig und eine kleine Standpauke der Polizei. An nicht weniger als 29 Stellen in der Stadt hat die Frankfurter Polizei am Mittwoch Messstellen eingerichtet und beteiligt sich damit am europaweiten Speedmarathon 2021.

Die Kontrollstelle in der Mainzer Landstraße leitet Hauptkommissarin Christina Gutenberger. Das Messfahrzeug steht in Griesheim stadteinwärts unter der Autobahnbrücke. „Eine Örtlichkeit, wo erfahrungsgemäß zu schnell gefahren wird“, so Gutenberger. Neben der Geschwindigkeit kontrolliert die Polizei auch Gurt- und Handyverstöße und hat damit zumindest in Griesheim eine ganze Menge zu tun. Die beiden Kollegen unter der Brücke sagen über Funk einen Transporter aus dem Main-Taunus-Kreis an. „Das Kind auf dem Beifahrersitz ist nicht angeschnallt.“ Als der Transporter auf den Parkplatz einbiegt, ist der Junge zwar mittlerweile angeschnallt, aber die 30 Euro werden trotzdem fällig. Der Fahrer diskutiert auch gar nicht lange, er zahlt das Verwarnungsgeld gleich vor Ort mit EC-Karte. Im Bereich der Verwarnungsgelder bis 55 Euro ist das möglich. „Der überwiegende Teil der Leute will gleich zahlen, denn dann ist der Verwaltungsakt abgeschlossen“, erklärt Gutenberger.

Bei Bußgeldern ist die Barzahlung vor Ort nicht mehr möglich. Etwa bei Handyverstößen. Telefonieren währen der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung ist mittlerweile richtig teuer und schlägt mit 100 Euro zu Buche. Während der zweistündigen Kontrolle in Griesheim müssen fünf Personen so tief in die Tasche greifen. Aber eigentlich geht es beim Speedmarathon ja um Geschwindigkeitsverstöße. Insgesamt 29 registriert die Polizei in den zwei Stunden auf der Mainzer Landstraße stadteinwärts. Große Ausreißer nach oben waren nicht dabei, am schnellsten war ein Autofahrer, der 72 statt der erlaubten 50 fuhr. Die meisten Menschen scheinen gut informiert. Denn an allen Kontrollstellen im Stadtgebiet sei „im Schnitt eher viel zu langsam gefahren worden“, so ein Sprecher der Polizei. „Rekord“ sei eine Messung mit 33 bei erlaubten 60 km/h gewesen. Insgesamt seien die Verkehrsteilnehmer:innen im Schnitt fast 20 km/h unter den erlaubten Geschwindigkeitslimits gefahren, hieß es.

Damit sei die konzertierte Aktion des Speedmarathons erfolgreich gewesen. Denn die Polizei hatte die Orte, an denen geblitzt wurde, nicht nur vorher angekündigt, sondern begleitet den Speedmarathon auch in den sozialen Medien und setzt auf die präventive Wirkung.

Dennoch kommt die Kommunikationsoffensive der Polizei nicht bei allen Menschen an. Am Wiesbadener Kreuz wird ein Autofahrer am Vormittag bei erlaubten 100 mit 177 km/h geblitzt. Spitzenreiter an den hessenweit 200 Messstellen.

Seinen Führerschein am Tag des Speedmarathons loszuwerden, ist dann wenigstens konsequent. Insgesamt aber zog die Polizei am frühen Nachmittag eine zufriedenstellende Halbzeitbilanz sowohl für Frankfurt als auch für Hessen. Die meisten Verkehrsteilnehmer:innen seien vernünftig unterwegs gewesen. Alle anderen haben vielleicht für den nächsten Speedmarathon etwas gelernt. Verwarnungs- oder gar Bußgelder könnten dabei helfen. Denn die Standpauken der Polizei helfen meist wenig, weiß Hauptkommissarin Gutenberger: „Erwachsenenerziehung geht meist über den Geldbeutel.“

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