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Die Polizei patrouilliert seit vielen Jahren regelmäßig um die Synagoge im Frankfurter Westend.
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Die Polizei patrouilliert seit vielen Jahren regelmäßig um die Synagoge im Frankfurter Westend.

Frankfurt

Frankfurt: Angst vor Übergriffen wächst in Jüdischer Gemeinde

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Jüdische Gemeinde Frankfurt fordert finanzielle Unerstützung für Sicherheitskosten. Kinder bleiben Fußballtraining nach der Eskalation in Israel fern.

Nach den Übergriffen auf jüdische Einrichtungen in einigen deutschen Städten wächst die Angst auch in Frankfurt. Einige Eltern etwa schickten ihre Kinder nicht mehr ins Training des jüdischen Sportvereins Makkabi, berichtet dessen Vorsitzender Alon Meyer. „Die Angst unter den Mitgliedern wächst, wir merken das“, sagte er.

Zum Glück sei derzeit kein Spielbetrieb, denn es sei leider immer so, dass Spiele gegen Gegner mit muslimischem Hintergrund auszuufern drohten, wenn die Lage im Nahen Osten eskaliere. „Es kann nicht sein, dass Juden in Deutschland in Gesamthaftung genommen werden für Ereignisse in Israel“, kritisierte Meyer.

Auch die Jüdische Gemeinde Frankfurt ist in Sorge. „Der neuerliche Ausbruch von Antisemitismus auf deutschen Straßen beunruhigt uns zutiefst“, schrieb sie am Freitag in einer Pressemitteilung. In den vergangenen Tagen war es bei verschiedenen antiisraelischen Demonstrationen, unter anderem in Gelsenkirchen und Münster, zu hasserfüllten und antisemitischen Sprechchören gekommen, israelische Flaggen waren verbrannt worden. In Bonn wurden sogar Steine auf die Synagoge geworfen. „Bereits seit vielen Jahren werden die jüdischen Gemeinden und ihre Mitglieder hierzulande immer wieder Ziel von Hass und Angriffen, die unter dem Deckmantel der vermeintlich legitimen Israelkritik gerechtfertigt werden“, moniert die Jüdische Gemeinde. Diese Angriffe seien jedoch „purer Antisemitismus“, der in Deutschland „nicht nur durch politische Solidaritätsreden, sondern auch durch entschlossenes Handeln bekämpft werden muss“.

Eine israelfeindliche Demonstration für Samstag hat die Stadt indes untersagt. Es sei mit einer Gefährdung des öffentlichen Friedens und der Sicherheit in Frankfurt zu rechnen, hieß es. Die Jüdische Gemeinde hatte die Absage vehement gefordert.

Jüdische Einrichtungen in Frankfurt werden unabhängig von der derzeitigen Lage in Nahost schon seit vielen Jahren bewacht. Die Jüdische Gemeinde lobt ausdrücklich „die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Polizei“, die „ein verlässlicher Partner“ sei.

Trotzdem stellten die eigenen Sicherheitskosten einen der größten Faktoren im Haushalt der Gemeinde dar. „Wir sind in Gesprächen mit dem Land, da wir das so nicht mehr hinnehmen wollen und können“, kündigte Michaela Fuhrmann, die Sprecherin der Jüdischen Gemeinde, an.

Aus Wiesbaden gab es am Freitag zumindest verbale Unterstützung für Israel. „Wir stehen in einer tiefen Verbundenheit mit dem Staat Israel“, betonte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Das Leid des jüdischen Volkes in Europa und die Geschichte des Landes seien unmittelbar miteinander verknüpft. „Wir haben eine besondere Verantwortung für dieses Land und seine Menschen“, sagte Bouffier. „Daher treten wir im Besonderen für das Existenzrecht und die Sicherheit Israels ein.“ Vor der hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden wurde am Freitag in Anwesenheit von Bouffier, dem Antisemitismusbeauftragten des Landes, Uwe Becker, und dem Vorsitzenden des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden, Jacob Gutmark, die Flagge des Staates Israel gehisst.

Weitere Berichte Seite F4

Hessen zeigte am Freitag Flagge für Israel. Helmut Fricke/dpa

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