Corona-Maßnahmen

Corona: Es gibt wieder Eis und Bücher in Hessen

  • schließen

In Hessen dürfen Läden nächste Woche wieder öffnen. Die Schule beginnt für die Großen Ende April.

  • In Hessen gibt es eine erste Lockerung der Corona-Maßnahmen
  • Buchhändler, Eisdielen und Fachhandel öffnen trotz Corona wieder
  • Abschlussklassen in Hessen sollen wieder zur Schule

Frankfurt - Die Buchhändler dürfen in der nächsten Woche wieder eröffnen, der Fachhandel, die Autohäuser, die Eisdielen wieder außer Haus verkaufen. Vermutlich am 27. April werden die Abschlussklassen an den Oberstufen, Mittelstufen und Hauptschulen wieder starten. Die Berufsschulen sind auch bald dran.

Bei den Jüngeren wird der Unterricht noch ausfallen: Grundschulen seien am Ende der Kette. „Wir beginnen mit den Großen, weil wir glauben, dass dort insbesondere auch die Abstandsregeln und die Hygieneregeln wesentlich besser eingehalten werden“, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwochabend in Wiesbaden. Noch warten muss auch der Nachwuchs in den Kindertagesstätten. Die Zahl der Berechtigten für die Notbetreuung werde allerdings „deutlich erweiterte“. Konkret stellte er eine Lösung für Alleinerziehende mit Kita-Kindern in Aussicht.

Hessens Ministerpräsident Bouffier rät zur Vorsicht wegen Corona-Maßnahmen

Im Anschluss an die Telefonkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Regierungschefinnen und Regierungschefs der anderen Bundesländer informierte Bouffier über das weitere Vorgehen bezüglich der Coronavirus-Pandemie. Er sei mit den Beratungen „sehr zufrieden“. Viele verschiedene Themen seien besprochen worden. Bei aller Unterschiedlichkeit der Situation in jedem einzelnen Bundesland habe das „Grundverständnis“ vorgelegen, dass die bisherigen Maßnahmen erfolgreich waren. Das zeige sich daran, dass das Infektionsgeschehen sich verlangsamt habe.

Der Ministerpräsident mahnte gleichwohl zur Vorsicht: „Die Gefahr der Corona-Epidemie ist noch nicht gebannt.“ Es gelte, bei den Lockerungen nicht zu weit zu gehen, Erfolge zunichte zu machen, so dass wieder strengere Einschnitte nötig würden. Die Beratung gehen am 30. April weiter. Der aktuelle Stand sei „eine Zustandsbeschreibung, keine Dauerlösung“. Alle zwei Wochen würden die nächsten Schritte nun neu mit den Länderchefs und der Kanzlerin beraten.

Neu organisierter Unterricht an Hessens Schulen nach Corona

Bis mindestens 3. Mai bleibe die Kontaktbeschränkung, sagte Bouffier. Der Einzelhandel mit einer Fläche bis maximal 800 Quadratmeter könne wieder öffnen. „Ich gehe davon aus, dass das in dieser Woche geschieht.“ Das sei eine Chance für die Geschäftsleute und die Kunden, ihre Bedürfnisse zu befriedigen. „Ganz wichtig“ sei das Schutzkonzept, das es in jedem Laden geben muss. Kernpunkt seien die Abstandsregeln. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sei zu empfehlen – etwa in Bussen oder Läden – aber mangels ausreichender medizinischer Masken nicht verpflichtend.

Wann es konkret mit der Schule wieder losgeht, werde das hessische Corona-Kabinett in den nächsten Tagen beraten, so Bouffier. Er gehe von einem Start am 27. April aus, in der Zwischenzeit sollen sich die Schulträger vorbereiten können. Das betreffe sowohl Hygiene als auch Lehrinhalte. So müssten vor allem Hauptfächer stattfinden, Kurse geteilt, Unterricht im Schichtbetrieb organisiert werden.

Weiterhin große Abstriche wegen Corona in Hessen

Großveranstaltungen seien mindestens bis zum 31. August nicht möglich. Fitnessstudios bleiben weiter dicht. Friseure sollen vom 4. Mai an mit einem ausgefeilten Hygienekonzept wieder ihre Kunden hübsch machen können.

„Das schwierigste Thema überhaupt“ seien die Altenheime, so Bouffier. Für ihn persönlich sei es „nicht vertretbar, dass Besuch von Kindern nicht möglich ist“. Hier müssten individuelle Schutzkonzepte gefunden werden. „Das wird in sehr überschaubarer Zeit entschieden.“ Diese Konzepte seien einfacher zu finden für mobile Senioren in Einrichtungen mit Garten oder Hof als für Bettlägrige.

Auch für Gottesdienste haben die Ministerpräsidenten sich mit Merkel auf eine Lösung geeinigt. Mit allen Religionsgemeinschaften soll es Beratungen geben, wie das Gebet mit anderen Gläubigen möglich sein könnte. Auch hier werden die Abstandsregeln oberste Priorität haben, sagte Bouffier. Konkret stehe jetzt Ramadan vor der Tür. Da müssten große Abstriche gemacht werden. „Ein Fastenbrechen wie üblich wird in diesem Jahr nicht stattfinden.“

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Uwe Zucchi

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare