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Franco A. in Offenbach kurzzeitig festgenommen

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Von: Timur Tinç

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Franco A. muss sich seit Mai 2021 vor dem Staatsschutzsenat des Frankfurter Oberlandesgerichts verantworten.
Franco A. muss sich seit Mai 2021 vor dem Staatsschutzsenat des Frankfurter Oberlandesgerichts verantworten. © dpa

Der unter Terrorverdacht stehende Bundeswehroffizier Franco A. wehrt sich bei einer Kontrolle an der Haltestelle Ledermuseum gegen die Polizei. Ein Video des Vorfalls, das der FR vorliegt, dokumentiert die Festnahme.

Der Bundeswehroffizier Franco A., der eine schwere staatsgefährdende Straftat vorbereitet haben soll, ist am Freitagabend kurzzeitig in Offenbach festgenommen worden. Der FR liegen Videos von der Festnahme an der S-Bahnhaltestelle Ledermuseum vor. „Er ist einer Personenkontrolle unterzogen worden“, teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen mit. Anschließend sei er für polizeiliche Maßnahmen auf das Revier gebracht worden. Zu den Hintergründen wollte der Sprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen.

Auf dem Filmmaterial ist zu sehen, wie eine Beamtin und ein Beamter mit Elektroschockpistolen um A. stehen. Der Polizist fordert A. auf sich hinzulegen, der sich mit erhobenen Armen weigert. „Ich werde mich nicht an die Wand lehnen, weil es keinen Grund dafür gibt, mich mit Gewalt zu behandeln“, sagt er mit fester Stimme und wischt sich dabei immer wieder die Augen. Offenbar, weil er eine Ladung Pfefferspray abbekommen hat. Er tue niemandem etwas und wolle gehen. „Ich werde Ihren Anweisungen, die rechtswidrig sind, nicht folgen“, sagt A.

Kurz darauf kommt ein weiterer Beamter mit seiner Kollegin hinzu und brüllt A. mehrfach an, sich hinzulegen und auf den Boden zu gehen. „Ich werde nichts tun, was sie sagen. Ich bin keine Gefahr für niemanden“, sagt A.. „Sie haben kein Recht mir etwas wegzunehmen.“

Im nächsten Video sind bereits zehn Beamtinnen und Beamten vor Ort. Fünf davon fixieren A. am Boden, der sich weiter weigert auf den Boden zu gehen. „Lassen Sie mich“, brüllt A. und: „Ich kriege keine Luft mehr. Ich ersticke.“

Die Umstehenden auf der Treppe, von denen einige A. erkannt haben, wie zu hören ist, lassen sich von der Polizei nicht vertreiben. Mit der Ankündigung eines Beamten, A. werde jetzt nach oben gebracht und die Umstehenden sollen jetzt zur Seite gehen, endet das Video.

Franco A. steht seit Mai vergangenem Jahres vor Gericht. Der 32 Jahre alte Offizier muss sich vor dem Staatsschutzsenat wegen der Vorbereitung eines Terroranschlags, Betrug und Verstoß gegen das Waffengesetz verantworten. Er war im Februar 2017 auf dem Flughafen Wien festgenommen worden, als er eine Pistole aus einem Versteck in einer Toilette des Flughafens geholt hatte. Außerdem legte sich A. eine falsche Identität als syrischer Flüchtling zu, um aus Sicht der Anklage den Verdacht nach einem Anschlag gegen Flüchtlinge zu richten um so das Vertrauen in die Asylpolitik zu erschüttern. Die Bundesanwaltschaft sieht eine völkisch-nationalistische Haltung als Motiv.

Da kein dringender Tatverdacht besteht, ist er auf freiem Fuß. Am Freitag war es – für kurze Zeit zumindest – nicht mehr.

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