Wer wird das neue französische Oberhaupt: Macron oder Le Pen.
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Wer wird das neue französische Oberhaupt: Macron oder Le Pen.

Franzosen in Hessen

Le Pen macht keinen Stich

  • Danijel Majic
    vonDanijel Majic
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Mehr als 5000 Franzosen haben am Sonntag in Hessen gewählt. Hätten sie allein zu entscheiden, gäbe es keine Stichwahl. Und der neue Präsident hieße Emmanuel Macron.

Hätten die Franzosen die Wahl ihres Staatsoberhauptes allein ihren in Hessen lebenden Landsleute überlassen, können sie sich die Stichwahl am Sonntag in dreizehn Tagen sparen. Denn von den insgesamt 5142 in den beiden Frankfurter Wahlbüros abgegebenen Stimmen entfielen 2975 auf den unabhängigen liberalen Kandidaten Emmanuel Macron – womit er bei den in Hessen lebenden Franzosen eine klare absolute Mehrheit erreicht hätte.

Auf Platz zwei folgt mit deutlichem Abstand der Kandidat der Konservativen, François Fillon mit etwas mehr als 20 Prozent. Marine Le Pen vom nationalistischen Front Nationale, gegen die Macron am 7. Mai in der Stichwahl antreten muss, scheint hingegen bei den hessischen Franzosen einen schweren Stand zu haben. Mit 173 Stimmen oder rund 3,4 Prozent landete sie auf Platz fünf hinter den Kandidaten der Linken, Jean-Luc Mélenchon (8,1 Prozent) und dem Sozialisten Benoît Hamon (7,1 Prozent).

Insgesamt waren in Hessen nach Angaben des Französischen Generalkonsulats 9923 französische Staatsbürger zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei 52 Prozent und damit zwar deutlich niedriger als im Mutterland, wo rund 80 Prozent der Wahlberechtigten ihr Stimmrecht nutzten, zugleich aber deutlich höher als bei vergleichbaren Wahlen anderer ausländischer Gruppen.

Für die Stimmabgabe standen den Wählern aus dem gesamten Bundesland lediglich zwei Wahlbüros zur Verfügung – beide in Frankfurt. Wähler aus dem Rhein-Main-Gebiet, Süd- und Mittelhessen konnten ihre Stimme im französischen Gymnasium Victor Hugo in Westhausen abgeben, Wähler aus Nord- und Osthessen direkt im Generalkonsulat in Bockenheim. Teilweise soll es am Sonntag deswegen zu langen Schlangen vor den Wahllokalen und Wartezeiten von mehr als einer Stunde gekommen sein.

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